Montag, 6. Juni 2016

Rosen & Dornen ..

 ▪         Sonnenblümle         





Pierre Auguste Renoir
Gabrielle mit einer Rose.

Trag Rosen! komm, trag Rosen!

»– Und was du tust, ist es nicht das Gleiche?! zu einem Andern aber sagst du: er sei ein Tor!«

»Trag Rosen! komm, trag Rosen!« bat er innig und schmeichelnd, voll zitternder Sehnsucht und Angst, voll zehrender Ungeduld in den blitzendenAugen ... ein Kind, ein Knabe ... mit langen braunen Locken ...
Trag Rosen! komm, trag Rosen!

und seine Stimme klang wie das Locken verhaltener Liebe, die das Herzsprengen möchte und jauchzen und hinausjubeln in den Sonnenschein über Hag und Gärten:
»Trag Rosen! komm, trag Rosen!«

Aber es war ein Dornbusch, von dem er das bat ... und die Leute, die vorbeigingen, lachten über das törichte Kerlchen: es sei eben ein Kind!

Er aber trotzte: »Lacht! ich weiß es besser! er kann Rosen tragen, wenn ich nur das rechte Wort finde, wenn ich nur ... Geduld habe und warte!« und ließ sich nicht irre machen:
»Trag Rosen! komm, trag Rosen!«

Und er kam am Morgen, kam am Mittag und kam am Abend und wurde nicht müde, zu warten, und küßte die Dornen mit brennenden Lippen und drückte sie an sein hämmerndes Herz bis es blutete, und bat ... und bat und noch im Traum selbst bei Nacht voll zitternder Sehnsucht und Angst:
»Trag Rosen! komm, trag Rosen!« ...
Das gute kleine Närrchen ... zu einem Dornbusch!
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Und doch ... und doch ... ja:
»Trag Rosen! komm, trag Rosen! Trag Rosen! komm, trag Rosen!«

Cäsar Otto Hugo Flaischlen


Carl Spitzweg
Keine Rose ohne Dornen
Bedörnte Rosen

Rosen blühn auff deinen Wangen
Liljen führt die Stirne mit;
Aber den der nahe tritt
Stechen Dornen Bienen Schlangen.


Hans Aßmann Freiherr von Abschatz




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Herzlichst
Ihr
Sonnenblümle

Wünsche einen schönen Tag und 
ein sonniges Grüssle vom Sonnenblümle!