Sonntag, 19. Juni 2016

Frühlingsgedichte

 ▪         Sonnenblümle         




Weil's ja kein "richtiges Frühjahr" mit herrlichen Sonnentages, blauem Himmel und schönem Frühlingswetter war, möchte ich wenigstens zum Ausklang des Frühlings diesen nochmals in Gedichtform fassen:



Percy Bysshe Shelley

Frühling

Als dann der Frühling im Garten stand,
Das Herz, ein seltsam Sehnen empfand,
Und die Blumen und Kräuter und jeder Baum
wachten auf aus dem Wintertraum,
Schneeglöckchen und Veilchen hat über Nacht
der warme Regen ans Licht gebracht,
Aus Blüten und dunkler Erde ein Duft
durchzog wie ein sanftes Rufen die Luft.

Percy Shelley 
1792 – 1832

Percy Bysshe Shelley





Rotkehlchen

Rotkehlchen auf dem Zweige hupft,
wipp, wipp!
Hat sich ein Beerlein abgezupft,
knipp, knipp!
Lässt sich zum klaren Bach hernieder,
tunkt Schnäblein rein und hebt es wieder,
stipp, stipp, nipp, nipp!
Und schwingt sich wieder in den Flieder.
Es singt und piepst ganz allerliebst,
zipp, zipp, zipp, zipp, trill!
Sich eine Abendmelodie.
Steckt´s Köpfchen dann ins Federkleid
und schlummert bis zur Morgenzeit.

Wilhelm Busch
1832 – 1908


Bild-Rotkehlchen
*Urheber


Leise zieht durch mein Gemüt

Leise zieht durch mein Gemüt
liebliches Geläute,
klinge, kleines Frühlingslied,
kling hinaus ins Weite.
Zieh´ hinaus bis an das Haus,
wo die Veilchen sprießen;
wenn du eine Rose schaust,
sag´, ich lass sie grüßen.


Heinrich Heine 
1797 – 1856


Wünsche einen schönen, sonnigen Sonntag.

© MKF




                        
Herzlichst
Ihr
Sonnenblümle

Wünsche einen schönen Tag und 
ein sonniges Grüssle vom Sonnenblümle!