Sonntag, 13. Dezember 2015

HEIRICH HEINE . Geburtstag

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Geburtstage


HEINRICH HEINE



1797 - 13. Dezember




Heinrich Heine

Christian Johann Heinrich Heine 
* 13. Dezember 1797 in Düsseldorf als Harry Heine,
† 17. Februar 1856 in Paris,  war einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Journalisten des 19. Jahrhunderts. 

Heinrich Heine war zugleich romantischer Dichter und Überwinder der Romantik.
Er machte die Alltagssprache lyrikfähig, erhob das Feuilleton und den Reisebericht zur Kunstform und verlieh der deutschen Sprache eine selten gekannte stilistische Leichtigkeit und Eleganz. 


In den 1820er Jahren erschienen seine ersten bekannteren Bücher, darunter 1827 
“Das Buch der Lieder” und zwischen 1826 und 1830 seine “Reisebilder”. 

Als begeisterter Anhänger der Julirevolution von 1830 und schon länger unter der Zensur und politischen Anfeindungen leidend, siedelte Heine 1831 nach Paris über, wo er am 1856 starb. Er wurde auf dem Cimetière de Montmartre beigesetzt.

Als kritischer, politisch engagierter Journalist, Essayist, Satiriker und Polemiker war er ebenso bewundert wie gefürchtet. 

Er gehört zu den meistübersetzten Dichtern deutscher Sprache.





Heinrich Heine, Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim, 1831


Einige Gedichte:


Abenddämmerung

Am blassen Meeresstrande
Saß ich gedankenbekümmert und einsam.
Die Sonne neigte sich tiefer, und warf
Glührote Streifen auf das Wasser,
Und die weißen, weiten Wellen,
Von der Flut gedrängt,
Schäumten und rauschten näher und näher -
Ein seltsam Geräusch, ein Flüstern und Pfeifen,
Ein Lachen und Murmeln, Seufzen und Sausen,
Dazwischen ein wiegenliedheimliches Singen -
Mir war, als hört ich verschollne Sagen,
Uralte, liebliche Märchen,
Die ich einst, als Knabe,
Von Nachbarskindern vernahm,
Wenn wir am Sommerabend,
Auf den Treppensteinen der Haustür,
Zum stillen Erzählen niederkauerten,
Mit kleinen horchenden Herzen
Und neugierklugen Augen; -
Während die großen Mädchen,
Neben duftenden Blumentöpfen,
Gegenüber am Fenster saßen,
Rosengesichter,
Lächelnd und mondbeglänzt.

Heinrich Heine

*


Alte Rose

Eine Rosenknospe war
Sie, für die mein Herze glühte;
Doch sie wuchs, und wunderbar
Schoß sie auf in voller Blüte.

Ward die schönste Ros im Land,
Und ich wollt die Rose brechen,
Doch sie wußte mich pikant
Mit den Dornen fortzustechen.

Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt
Und verklatscht von Wind und Regen -
Liebster Heinrich bin ich jetzt,
Liebend kommt sie mir entgegen.

Heinrich hinten, Heinrich vorn,
Klingt es jetzt mit süßen Tönen;
Sticht mich jetzt etwa ein Dorn,
Ist es an dem Kinn der Schönen.

Allzu hart die Borsten sind,
Die des Kinnes Wärzchen zieren -
Geh ins Kloster, liebes Kind,
Oder lasse dich rasieren.

Heinrich Heine

*


Ach, die Augen sind es wieder

Ach, die Augen sind es wieder,
Die mich einst so lieblich grüßten,
Und es sind die Lippen wieder,
Die das Leben mir versüßten!

Auch die Stimme ist es wieder,
Die ich einst so gern gehöret!
Nur ich selber bins nicht wieder,
Bin verändert heimgekehret.

Von den weißen, schönen Armen
Fest und liebevoll umschlossen,
Lieg ich jetzt an ihrem Herzen,
Dumpfen Sinnes und verdroßen.


Heinrich Heine







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Herzlichst
Ihr
SONNENBLÜMLE

Wünsche einen schönen Tag und 
ein sonniges Grüssle vom Sonnenblümle!