Freitag, 8. Mai 2015

DAS VEILCHEN UND DER SCHMETTERLING

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Veilchen


Das Veilchen und der Schmetterling

Ein Veilchen auf der Wiese stand
an Baches Rand und sandte ungesehen,
bei sanftem Frühlingswehen
süßen Duft durch die Luft.

Da kommt auf schwankendem Flügel
ein Schmetterling über den Hügel
und senket zur kurzen Rast
zum Veilchen sich nieder als Gast.

Schmetterling:
Ei! Veilchen! Wie du töricht bist,
zu blühen, wo niemand dein genießt!

Veilchen
Nicht ungenossen blüh ich hier, 
ein Schäfer kommt gar oft zu mir
und atmet meinen Duft und spricht:
"Ein solches Blümchen fand ich nicht,
wei Veilchen du! Auf Wiesen, Auen
ist keines mehr wie du zu schauen!

Schmetterling
`s ist schöner doch, glaub meinem Wort,
zu blühn auf freier Wiese dort,
in jener bunten Blumenwelt,
als hier im dunklen Schattenzelt!

Veilchen
Hier bin ich meines Schäfers Wonne,
dort aber bleichet mich die Sonne,
und ohne Farbe, ohne Duft, 
find ich zu früh dort meine Gruft,
drum blüh ich in der Einsamkeit, 
wenn auch nur Einer mein sich freut.

Nikolaus Lenau

1802-1850



Zitronenfalter

Foto von - Urheber:
„Gonepteryx rhamni 02“ von Sanja565658 - 
Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 überWikimedia Commons


© MKF



Herzlichst
Ihr
SONNENBLÜMLE

Wünsche einen schönen Tag und 
ein sonniges Grüssle vom Sonnenblümle!