Donnerstag, 2. April 2015

Herrgottsbscheißerlle oder Schwäbische Maultaschen

SONNENBLÜMLE



"GRÜNDONNERSTAG"



"Hergottbscheisserla" 
Maultaschen gehören zu den schwäbischen Spezialitäten ...
Heut isch's wieder so weit!

"Herrgottsbscheißerle" - schwäbische Maultaschen haben heute Hochsaison,
man macht sie ja inzwischen das ganze Jahr über aber am "Gründonnerstag ist der Maultaschentag.

Schwäbiscche Maultaschen


Die Erklärung für die saisonale Beliebtheit der Maultasche liefert eine Legende um ihre Erfindung.

Schwaben -
gelten gemeinhin als sparsam, erfinderisch und gottesfürchtig.

Mit diesen Eigenschaften müssen auch zwei Mönche in Maulbronn gesegnet gewesen sein, die in der Karwoche Fleisch zur Verfügung hatten. Da sie es trotz Fastenzeit gerne verspeisen wollten, war Kreativität gefragt. Um ihre Sünde zu verbergen, versuchten sie das Fleisch zu verstecken, indem sie es klein hackten, unter Spinat, Kräuter und Brot mengten und die Masse in einen Teigmantel hüllten. "Herrgottsbescheißerle" nennen die Schwaben daher liebevoll die Maultasche.

Um sicher zu gehen, dass der Herrgott auch wirklich nichts bemerkt, umhüllten die Mönche die Masse zusätzlich noch mit einem Nudelteig und teilten diesen in kleine Portionen.
Der Name Maultasche ist dieser Erzählung zufolge aus der Bezeichnung
"Maulbronner Nudeltasche" abgeleitet.
Aufgrund dieser Geschichte der listigen Mönche werden Maultaschen in Schwaben auch heute noch gerne "Herrgottsbscheißerle" genannt.

Ein schwäbischer Volksdichter schrieb die Vorgehensweise beim Maultaschen machen in einem Gedichtle nieder:

Maultaschen

Hackfloisch, Zwiebel, Peitschestecke,
Wassergwoichte Doppelwecke,
Peterleng, Spinat ond Brät,
Älles durch die Fleischwolf dreht,
Oier drüber, Salz ond Pfeffer,
Geit a Toigle, geit en Treffer,
Grad für d’Nudelböda g’richt;
Und schao kriagt dui Sach a Gsicht!
Drufgschmiert, zuadeckt, toilt ond gschnitte.
Net lang gfacklet, maih ond ‚ditte,
Nei end Brüah ond ufkocht gschwend!
Selber schuld, wer’s Maul verbrennt!

Heinz Eugen Schramm

Zum Spinat einer Zutat der Füllung, sagt man ja, das sei eher Badisch, uns "schmeckts" trotzdem, der besseren und besonderen Würze wegen verwendet man heute ja auch Grünkohl, Geschmacksache und das mag jeder halten wie er will, es gibt ja  X Arten und jede Schwäbische Hausfrau hat ihr ureigenes Rezept.

Das Geschäft mit dem Teig braucht sich die moderen Schwäbin heute nicht mehr machen der Bäcker oder der Supermarkt hat den fertigen Maultaschenteig schon im Regal.

Maultaschen: Füllung für ein Kilo Maultaschenteig: 

1000 g Hackfleisch, gemischt
500 g Bratwurst oder Kalbsbrät fein
2 Peitschenstecken, (Landjäger) ersatzweise Speck kleingewürfelt, so sind die Peitschenstecken / Landjäger eine Art Rohwurstsehr gut passt auch gerauchte Schinkenwurst! natürlich auch fein gewürfelt ebenso gut passt geräucherter Speck auch fein gewürfelt sofern man die Wurstwaren nicht hat. Weiter:
3 Eier
3 Altbackene Brötchen
1 Zwiebel fein kleingehackt
1 Bund frische Petersilie, gehackt
etwas Butter - Gewürze
Pfeffer, Salz, Muskat, Lauch nach Geschmack
Spinat, nach Geschmack wie gesagt nach Geschmack
und Majoran, die Menge der Gewürze entscheidet man am bestenb selbst.
Die Zwiebela und den Peterleng mit dem Speck feine gewürfelt im Pfännle anschwenken, zum  Häckfleich, dem Brät, gerauchter Schinkenwurstden eingeweichten Wecken, den Wurstwaren, wie die gerauchte Schinkenwurst oder die Peitschenstecken die ganz fein in kleine Würfelchen geschnitten sind, die Eier die Gewürze alles fein vermengen, ein gut steichbarer fein gewürzter Fleischteig der Füllung für die Maultaschen sollte dabei entstehen.  Etwas semmelbrösel oder Mehl macht den Teig fester, das wenn nur wenn man es  barucht.

Dann den fertigen Nudelteig ausbreiten,
Füllung auf den Teig geben, Ränder frei lassen um mit Eigelb oder Eiweiß bestreichen zu können. Der Breite nach den ganzen Teig aufrollen, leicht flach drücken, dann etwas schräg in 4-5 cm breite Scheiben schneiden, nach und nach in siedendes Salzwasser geben oder in der "Luxusform in kräftiger Brühe ziehen lassen" bis sie oben schwimmen und zum abtropfen auf ein frisches Küchentuch geben.

Die fertigen Maultaschen in guter selbstgemachter Rindsuppe servieren,  ~

[ was übrig bleibt, am nächsten Tag als geröstete Maultaschen, d.h. die Maultaschen fein in Streifen geschnitten "rösch" angebraten, wer's mag mit "verklepperten" Eiern übergossen,
gebacken servieren, dazu serviert man dann schwäbischen Kartoffel und Blattsalate, ~ Ackersalat ~ Feldsalat, ein gemischter Kartoffel-Gurkensalat ist auch nicht zu verachten.

Beim Ackersalat:
d'Salatschüssel leicht mit Knoblauch ausgerieben mit feiner Vinaigrette angemacht und gerösteten Weißbrotwürfelchen und einer Handvoll walnüssen serviert, ein Gedicht. 
die Maultaschen nach Fertigstellung, sofort in kochendes Salzwasser geben und ziehen lassen. ] ~ die erkalteten Maultaschen abtrocknen lassen und für den Vorrat einfrieren.

Für eine Portion rechnet man 3 Maultaschen und gute schwäbische Fleischbrühe aus Rindersiedfleisch oder gekochter Ochsenbrust unter beigebe von frischem feinem Suppengemüse und guten Gewürzen, eine Fleischbrühe eben.

Anmerkung:
Die kluge Hausfrau macht gleich eine grössere Menge Maultaschen nach ihrem Hausrezept und friert die nicht benötigten Maultaschen ein.

So noch ein paar Fotos ©  zum Vorgang.

Schwäbische Maultaschen:


der ausgerollte bestrichene Teig.

Die freigelassenen Ränder.

Der aufgerollte Teig.

Dito.

Die gerollten Maultaschen schräg geschnitten.

im Einzelnen.

Maultaschen fertig aus dem Sud.

Das "Probierer-le"

Maultaschen

hier

und hier, abgetrocknet fertig zum Verzehr und einfriren

Das Gründonnerstags Essen, Schwäbische Maultaschen oder
"Herrgottsbscheißerle"


© Fotos Monika Kreinbucher - Fritz.

An Guada !
und schöne Feiertage.
Herzlichst Ihr

SONNENBLÜMLE
Wünsche einen schönen Tag und ein sonniges Grüssle vom Sonnenblümle


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