Samstag, 4. April 2015

Der Vollmond naht des Meeres Silberrande

SONNENBLÜMLE




Vollmond



Der Vollmond naht des Meeres Silberrande
Und geile Lippen schwellen ihm entgegen,
Ertrunkene siehst Du sich am Seegrund regen:
Gespenster lösen alle Leichnambande.

Das Todtenflüstern aber zeitigt Schande,
Und alles siehst Du deshalb Grauen hegen,
Den Vollmond sich bequem aufs Wasser legen,
Und Angstgekicher weht zum gelben Strande.

Einst wird der Leib in meinem Grund versinken.
Was ich geschaut, ihn kurz und stink umgischten,
Dann jede Taggestalt ertrinken, sinken.

Gar oft, wenn sich Geschicke in mir trafen,
Errieth ich, daß um mich sich Andere mischten,
Einst aber kann ich nackt und einfach schlafen.

Theodor Däubler


Frohes Osterfest
Herzlichst Ihr

SONNENBLÜMLE
Wünsche einen schönen Tag und ein sonniges Grüssle vom Sonnenblümle


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