Dienstag, 7. Januar 2014

Vittoria Aganoor

SONNENBLÜMLE
Gedichte


Vittoria Aganoor
Vision

Ich weiß einen Palast mit alten Mauern,
So traurig, daß er einem Grabe gleicht,
Dem graues Moos vom Grund zum Dache schleicht,
Der Hof ein Efeuwust, wo Nesseln lauern.


Drin hockt ein Mütterchen in Todesruh
Verschrumpft am öden und erloschnen Herde,
Das vor sich hin mit kindischer Gebärde

Ein Märchen lallt — und niemand hört ihm zu.


Rückkehr

Bei ihrer Rückkehr zum verlass'nen Zimmer
Fragten die Schatten in dem öden Nest:
»– So log dir denn der süßen Hoffnung Schimmer?
So schwand dahin des Traumes letzter Rest? ...«

Sie saß in sich und regt sich nicht,
Sank in Fantasmen tief und tiefer immer;
Die Schatten fragten von den Wänden.
Dann, endlich, barg sie ihr Gesicht
In ihren kleinen Händen

Und brach in Schluchzen aus ...


Vittoria Aganoor 
war eine italienische Dichterin.

Sie, die fünfte Tochter, armenischer Herkunft, 
von Earl Edward Aganoor und Giuseppina Pacini, verbrachte ihre Kindheit in Padua, 
zog jedoch schon bald mit ihrer Familie nach Venedig.


Herzlichst Ihr

SONNENBLÜMLE
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Mo

Wünsche noch einen schönen Tag und ein sonniges Grüßle vom Sonnenblümle