Samstag, 7. Dezember 2013

Sophie Alberti - Stille Liebe.

Sonnenblümle
Sophie Alberti
.. Pseudonym Sophie Verena

Sophie Alberti 
wurde als Tochter des Geheimrats Mödlinger in Potsdam geboren. Sie erhielt eine sehr gute Erziehung und interessierte sich schon früh für die Kunst und die Poesie. 

Mit sieben Jahren schrieb Sophie Alberti ihr erstes Gedicht, im Alter von neun Jahren verfasste sie ein kurzes Lustspiel und im Alter von 13 Jahren schrieb sie ihre erste Novelle in französischer Sprache. 

Ihre erste Veröffentlichung war 1856 die Novelle „Else“, die von der Kritik positiv aufgenommen wurde.

Die Novelle war Charles Dickens gewidmet, 
dessen Werk „David Copperfield“ Sophie Alberti sehr schätzte. 
Sie stand im Zuge der Veröffentlichung ihres literarischen Debüts mit Charles Dickens in brieflichem Kontakt, der sich über die Widmung hocherfreut zeigte:

"To be associated in that way with the first production of so fervent a head and heart as yours must be, is a high grace and privilege. Whatever my deserts and claims to it may be, at least no man could possibly prize it more."
Charles Dickens, 1841.
Charles Dickens zeigte sich nach Zusendung des Buches im April 1856 stolz, in Verbindung mit dem Buch gebracht worden zu sein.

Weitere Veröffentlichungen Sophie Albertis wurden von der Kritik positiv aufgenommen, erschienen in mehreren Auflagen und wurden sogar in mehrere Sprachen, u.a. Englisch, Dänisch und Polnisch übersetzt. Die meisten Werke erschienen dabei unter ihrem Pseudonym Sophie Verena

Sophie Alberti war auch als Übersetzerin tätig und veröffentlichte zahlreiche Werke Dinah Maria Mulock Craiks ins Deutsche. Ein Werk des Schriftstellers Henry Mayhew bearbeitete sie frei.

Im Jahr 1866 heiratete Sophie Alberti in Potsdam den Schulrat Robert Alberti, der jedoch bereits 1870 verstarb. Die Ehe blieb kinderlos. Potsdam verließ Sophie Alberti als Witwe nur noch für kürzere Erholungsreisen. 

Bis zu ihrem Tod 1892 verfasste sie auch Literatur für Kinder. Im Literaturbetrieb ihrer Zeit galt sie als bewährte und beliebte Kraft auf dem Gebiet der Frauenliteratur [...], ein liebenswürdiges und fleißiges Talent. [W]

Stille Liebe

Wär' ich ein Mann! – ich müßte sie erringen,
     Sie, die mein Herz erwählt, sie würde mein,
     Ich würde alles Hemmende bezwingen,
     Ich würd' ein Held für meine Liebe sein.
Mit starkem Arm teilt' ich des Lebens Wogen,
     Erwürbe Ansehn, Ruhm und Reichtum mir,
     Und hätt' ich dann das goldne Netz gezogen,
     Legt ich die Schätze all' zu Füßen ihr.
Ich wollte stets mit Liebe sie umgeben,
     Ich schaffte ihr den schönsten eignen Herd,
     Ich böte ihr solch volles, reiches Leben,
     Wie's wen'gen Sterblichen noch ward beschert.
Wär' ich ein Mann, da gäb's kein Unterliegen,
     Mit einer solchen Liebe muß man siegen.

Ich bin ein Weib! – und mit gebundnen Händen
     Kann für mein Lieben ich nicht kämpfen, wagen,
     Darf keinen Strahl aus meinem Herzen senden,
     Ihm, was so lang dort lebt und glüht, zu sagen.
Und seh' ich ihn, so darf das Hochentzücken
     Doch nimmermehr aus meinen Augen leuchten,
     Oft will das Herz vor heißem Weh ersticken,
     Doch keine Thräne darf die Wimper feuchten.
Wohl gilt ihm nichts mein Lieben und mein Leben,
     Doch könnte das ihm Erdenglück erwerben:
     Ich wollte tropfenweis mein Herzblut geben,
     Mir wär es Seligkeit, für ihn zu sterben.
Ich bin ein Weib! – was ist mir denn geblieben?
     Nichts als ihn lieben, still, doch ewig lieben. 
     

     Sophie Verena

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Herzlichst
Ihr Sonnenblümle

Mo

Wünsche einen schönen Tag. ebenso ein schönes Wochenende
und ein sonniges Grüssle vom Sonnenblümle :)