Dienstag, 17. Dezember 2013

Giersch

Sonnenblümle
GIERSCH
(Aegopodium podagraria) ein nützliches (Un) -Kraut

Beschreibung :

Der Giersch, auch Geißfuß genannt, lässt sich gut an seinen dreiteiligen Blättern und an seinem dreieckigen Blattstiel erkennen.

Unverwechselbar sind auch seine beiden asymmetrisch gefiederten unteren Blattpaare. 
Der Doldenblütler besitzt filigrane
weiße Blüten, die an aufgespannte Regenschirme erinnern.


Vorkommen und Standort:
Giersch mag lockeren, feuchten und nährstoffreichen Boden.

Seine grünen Blättchen spitzen oft schon im zeitigen Frühjahr aus dem noch mit den Laubblättern des letzten Winters bedeckten Boden.

Es ist allerdings ratsam, Geißfuß nicht im Garten anzupflanzen, denn er vermehrt sich rasant, ist kaum im Zaum zu halten und bildet schnell eine dicht bewachsene Fläche. Aber! wem's gefällt! Es ist kein Unkraut, Un-Kraut, den Begriff gibt es für mich sowieso nicht.



Man sagt ja, andere Pflänzchen haben dann kaum noch Wachstumschancen. Das bis zu einem Meter hohe Kraut gehört zu den Wurzelwildkräutern, die sich über unterirdische Ausläufer weitläufig ausbreiten, üppig wachsen und überall durchdringen.



Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle, viel Eisen, pflanzliches Eiweiß, viel Vitamin A und Vitamin C (15-mal mehr als Petersilie).

Der Geruch dieser Delikatesse am Wegesrand erinnert ein wenig an Karotte oder Petersilie, Doldenblütler, die eng mit dem Giersch verwandt sind sollte man jedoch vermeiden mit zu sammeln,
da viele Ungenießbar und Giftig sind.

Verwendung zu Heilzwecken: 

In der traditionellen Volksheilkunde ist 

Geißfuß die "Gichtpflanze" schlechthin. 

Sie wird deswegen auch "Zipperleins- 

kraut" genannt. 

Bei Gicht handelt es sich oft

um eine typische Enährungsabhängige 
Wohlstandserkrankung. 

Wenn über Jahre hinweg zu viel harnsäurefördernde Nahrung und zudem noch Alkohol im Übermaß konsumiert wurden, kann sich diese Ablagerungs- bzw. Stoffwechselkrankheitentwickeln. 


Giersch als Presssaft (ggf. mit Wasser vermischt), regelmäßig getrunken, 

bringt Linderung für die schmerzenden Gelenke, denn die Pflanze kann abgelagerte 
Harnsäurekristalle im Körper lösen und ausschwemmen. 

Giersch-Tee schmeckt köstlich aromatisch, wirkt entzündungshemmend und ebenfalls lindernd bei Rheuma und Gicht. 


Giersch ist außerdem eines der schmackhaftesten und vitaminreichsten Wildgemüse, 

das ich kenne und mag. 

Erntezeit:

 im zeitigen Frühling (Fühjahr) werden die zarten Gierschblättchen für Rohkostsalate von Kennern sehr geschätzt. Brennnessel und Giersch, zusammen in etwas Olivenöl gedünstet, ergibt einen köstlichen Spinat. Man kann aus Giersch auch eine Suppe zubereiten 
oder die frischen Blättchen klein hacken und sie unter Kloßteig, Kartoffelbrei oder 
Reis mischen oder eine Pizza damit belegen. Also im Frühjahr daran denken!

Die Mischung
Getrocknetes Kraut mit etwas Steinsalz, ganz nach Gusto und fertig ist eine gesunde Würze! 

Volksheilkunde und Magie gehört natürlich auch dazu: 


Bei den Römern war Giersch die Nahrung der Soldaten, weshalb er auch "Soldatenpetersilie" genannt wurde. 


Kräuterpfarrer Künzle  empfahl ihn schon als Tee bei Rheuma und Gicht und äußerlich bei Mückenstichen. 


Leider ist der Giersch medizinisch in Vergessenheit geraten.

Die Begegnung mit dem Wesen der Pflanze hilft uns aber, alte Prägungen und Gedankenstrukturen wahrzunehmen, zu überprüfen und neu zu ordnen. 

Man sollte sich wirklich von  überholten oder veralteten Angewohnheiten und Verhaltensmustern mit Hilfe und als Beispiel, dieser manchmal als "Unkraut" 

bezeichneten Pflanze trennen.

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Nun rankt am Zaun die dunklen Beeren

Nun rankt am Zaun die dunklen Beeren
Des Herbstes blasse Gärtnerhand;
Die Krähe flügelt schon mit schweren,
Tiefschwarzen Schwingen übers Land.
Der Bauer lenkt durch dunkle Schollen,
Die Hand am Pfluge, sein Gespann;
Das Echo wirft wie Donnergrollen
Der Jäger Schüsse aus dem Tann.
Und Blatt um Blatt im Winde schaukelt,
Das goldig-stolz am Baume hing;
Und über stille Astern gaukelt
Ein todvergeßner Schmetterling.

Das ist der Tag der Herbstzeitlose,
Der kühl aus gold'nen Schalen quillt,
Da tief sich in dem dunklen Moose
Vor flinken Hunden duckt das Wild.
Da Lieb' und Freude geht zur Neige,
Die Welt den heißen Frühling büßt,
Und leis nur eine späte Geige
Von der entlaubten Linde grüßt;
Da rauh mit ernster Wintermahnung
Ein Sturm durch bunte Lauben fegt
Und des Entbehrens herbe Ahnung
Sich fröstelnd auf die Herzen legt ...

O, schütze mich in diesen Tagen,
Gräbst du der letzten Rosen Grab,
Vor frühem kleinlichem Verzagen,
Mein Gott, der uns den Frühling gab.
Zerstör mir nicht die zarten Blüten
In meines Herzens treuem Schrein;
Und all für deiner Stürme Wüten
Laß meine Brust das Bollwerk sein.
Und freu dich, wenn die Nebel schwanken,
Daß, ein lebendiges Gebet,
Ein Mensch mit seinen Lenzgedanken
Durch deiner Schöpfung Sterben geht ...


Rudolf Presber

Rudolf Otto Hermann Presber 
* 4. Juli 1868 in Frankfurt am Main; † 30. September 1935 in Potsdam, war ein deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Drehbuchautor.


Herzlichst
Ihr Sonnenblümle

Mo

Wünsche einen schönen Tag und ein sonniges Grüssle vom Sonnenblümle.