Samstag, 20. April 2013

Veilchen . Gedichte

Albrecht Dürer, Veilchenstrauss

März-Veilchen für Josefine G.
(Auf meinem Krankenlager den 16. März 1831.)

Alle sinnig zarten Blüthen,
Die das junge Jahr erschafft,
Möcht' ich dir im Kranze bieten,
Doch es mangelt mir die Kraft.

Wenn mit einem holden Weben
Uns des Daseyns Traum begrüßt;
Ja, da flieht so leicht das Leben,
Selten ist die Lust vermißt.

Aber, wenn sich Stürme heben
Und mit drohender Gewalt
Nach dem letzten Gute streben:
Dann ist jede Lust verhallt.

Also haben manche Leiden
Hart und schlimm mich oft bestürmt,
Alles Schöne mußt' ich meiden,
Du nur hast mich treu beschirmt.

Wer an einem solchen Wesen,
Solchem Engels - Angesicht
Seinen Frieden durfte lesen,
Den verließ der Himmel nicht.

Blühe fürder denn im Frieden,
Fern sey deiner Brust der Harm,
Halt auch, von der Kraft gemieden,
Mich umfaßt des Lagers Arm.

Alois Leopold Altmann, 1831

Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle