Donnerstag, 14. März 2013

Mein Kräuterbüchlein : Brunnenkresse

BRUNNENKRESSE
Namen: Brunnenkresse, Wasserkresse; Watercress (engl.); Cresson
de fontaine (frz.); Nasturtium officinale (bot.).
Brunnenkresse
Herkunft: wächst überall auf der Welt in fließenden Gewässern.
Aussehen: Die mehrjährige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler
hat hohle, runde Stängel und kleine, grasgrüne, unpaarig gefiederte Blätter.
Sie blüht ab Mai in weißen lockeren Blütentrauben.
Blüte der Brunnenkresse
Zum Würzen verwendete Teile:
frische Blätter und zarte Stängel.
Im Handel erhältlich: Zarte Triebe von Oktober bis Mai, in Deutschland
werden sie aber nur noch selten angeboten.

Gesundheitlicher Wert: Frische
Blätter enthalten Vitamin A, C, D, E und viel Jod. '

Geschmack: meerrettichähnlich, aber feiner und aromatischer als Gartenkresse,
die es ganzjährig frisch gibt.

Mit Brunnenkresse würzt man:
• winterlichen Kartoffelsalat und Gemüsesalate, man kann die Kresse aber auch selbst als Salat anmachen;
• die ganzen Blätter sind eine pikante Garnierung für gebratenes und gegrilltes Fleisch;
• gehackt und mit Mayonnaise vermischt würzen sie gekochte Eier und kalten Braten;
• ähnlich wie Kerbel sind sie eine angenehme Würze in einer gebundenen hellen Suppe.

Würzkombinationen mit Brunnenkresse:
Wegen ihres spezifischen Geschmacks sollte man sie nur "solo"
verwenden, Die einzigen Ausnahmen sind: Zwiebeln und Pfeffer für
rohe Kresse, ein Hauch Muskat in Kressesuppe.
Warum es die Brunnenkresse nur noch selten gibt.

Bachlauf /Wassergraben, mit Brunnenkresse
Die Brunnenkresse ist ein Opfer unserer Umweltverschmutzung.
Als Bäche und Wassergräben, in denen sie wächst, noch sauberes Wasser
führten, konnte man sie den ganzen Winter über bekommen.

Die Verwandte unserer Gartenkresse wurde schon seit dem späten Mittelalter in vielen
Bächen und Wassergräben angebaut.

Heute ist der Brunnenkresse-Anbau in Deutschland kaum der Erwähnung wert,
weil Pflanzen, die in verschmutztem Wasser wachsen, gesundheitsschädlich sind.
Deshalb muss man schon ein Glückspilz sein, um einmal auf dem Markt oder im
Gemüseladen Brunnenkresse angeboten zu finden.
Und sie selbst anzubauen, ist so gut wie unmöglich.
Es sei denn, man hätte einen Garten, durch den ein Bach fließt, und
zwar einer mit sauberem Wasser.
Brunnenkresse
Bereits Griechen und Römer verwendeten Brunnenkresse.
Zu damaliger Zeit wurde sie aber noch nicht kultiviert, sondern an natürlich vorkommenden Standorten gesammelt. Sie kommt ursprünglich aus Europa.
Einige Historiker belegen die erste Einführung der Kultur in Deutschland durch Nicolaus Meißner für das Jahr 1650.  Jedenfalls entwickelte Christian Reichert (1685-1775) in Raum Erfurt in Dreienbrunnen das Anbausystem in sogenannten Klingen (Wassergräben).
Vom 18. Jahrhundert bis heute wird dort im Dreibrunnenfeld des Kressepark Erfurt Brunnenkresse kultiviert.
Das Dreibrunnenfeld ist für seine warmen Quellen bekannt.

Napoleon nahm 1809 einen Gärtner aus Erfurt mit und führte die Kultur nahe Versailles ein.
Im Jahr 1810 wurden in Frankreich im Tal von Ronette zwischen Senlis und Chantilly Kressegräben angelegt. Der Bedarf an Brunnenkresse für Paris konnte auch noch 1909 nicht vollständig aus französischer Produktion gedeckt werden.

Von 1929 bis 1932 waren um Erfurt hauptsächlich fünf Familienbetriebe mit dem Anbau beschäftigt und verbesserten das Anbausystem weiter. Das Gemüse wurde per Expresszug in viele Großstädte und nach Frankreich, in die Schweiz und die Benelux-Länder geliefert.

Da jedoch im 20. Jahrhundert saubere Oberflächengewässer immer seltener wurden, nahm der Anbau mehr und mehr ab.
Seit den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts erlebt Brunnenkresse jedoch durch Rückbesinnung auf "alte und vergessene" Gemüse wieder eine Renaissance.
In der Schweiz existierte bis 1991 noch eine Anbaufläche von 1,2 Hektar im Kanton Bern.
2001 wurde in den USA versucht, bunte Mischungen mit verschiedenfarbigen Brunnenkresse-Typen
in Kombination mit essbaren Blüten anzubieten.

Der einzige in der Schweiz heute noch praktizierte Anbau wird von der Familie Motzet in dritter Generation betrieben und befindet sich in Wynau im Kanton Bern mit 0,6 Hektar. Von dieser Fläche werden etwa 20 Tonnen Brunnenkresse pro Jahr geerntet.

Heute, wenn auch nicht immer muss man sich in der Regel mit Gartenkresse begnügen, die aber
längst nicht so aromatisch schmeckt.

Wie man Kresse behandelt
Wer per Zufall einmal Brunnenkresse bekommt, sollte sie so vorsichtig behandeln,
wie es sich für eine solche Kostbarkeit gehört. Blätter von den dickeren Stengeln
abzupfen (gelbe natürlich wegwerfen).

Die zarten Stiele kann man mitessen. Mehrmals in einer Schüssel Wasser waschen,
Gut abtropfen lassen und erst unmittelbar vor dem
Servieren an die Speisen geben oder als Salat anmachen.

Diese alte Heilpflanze gilt als Aphrodisiakum und appetitanregend, stoffwechselfördernd, harn- und wehentreibend.

In der Naturheilkunde wird sie für die "Entschlackung" von Leber, Lunge und Magen empfohlen.
(O. Burgunder: Brunnenkresse – eine Spezialkultur. In: Gemüse. Nr. 12, 1991, S. 556–557.)

Außerdem soll sie bei Zuckerkrankheit Diabetes mellitus helfen.
Sie wird bei Frühjahrskuren und gegen Rheuma verwendet.
Äußerlich angewendet dient sie als Haartonikum und zur Teintklärung.
Schon im 17. Jahrhundert galt die Brunnenkresse wegen ihres Vitamin-C-Gehaltes als geschätztes Mittel gegen Skorbut.

Dass dies jedoch ein Irrtum war, ist schon durch die Tatsache bewiesen, dass Brunnenkresse,
wie auch das ebenso verwendete Löffelkraut nur an Land gegen Skorbut angewendet werden konnte,
wo auch gleichzeitig frische und ausgewogenere Nahrung verfügbar war.

Brunnenkresse ist auch wegen seiner blutreinigenden und blutaufbauenden Wirkung bekannt.
Zusätzlich wird sie als entzündungshemmend für die Mundschleimhaut empfohlen.

Wikipedia
Heilkräuter Lexikon

Kräuterverzeichnis

Kressepark Erfurt

Floraweb

Kleine Kräuterkunde: Brunnenkresse . YouTube Video

Chefkoch Rezepte mit Brunnenkresse

Bei Arzneimitteln immer zuerst den Rat von Arzt oder Apotheker einholen.

Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle