Freitag, 1. März 2013

Kalender : März

Hans Thoma, Kalenderblätter, März.
Der März
ist der dritte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender.
Er hat 31 Tage und ist nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt,
deshalb nannten ihn die Römer Martius.

Der alte deutsche Name ist Lenzing bzw. Lenzmond, eine veraltete Schreibung ist Märzen.

Die Tagundnachtgleiche (astronomischer Frühlingsbeginn) findet derzeit meist am 20. März statt.
An diesem Tag steht die Sonne über dem Äquator im Zenit und geht damit genau im Osten auf und genau im Westen unter. Der Zeitpunkt wandert immer 3 Jahre um etwas weniger als 6 Stunden vorwärts, um dann im 4. Jahr (Schaltjahr) wieder um 18 Stunden zurück zu springen. Weil der Rücksprung größer ist als die Vorwärtsbewegung, wandert der Frühlingsbeginn auf 4 Jahre betrachtet rückwärts. Um zu verhindern, dass der Frühlingsanfang das ganze Jahr durchwandert, fällt im Gregoreanischen Kalender das Schaltjahr alle 100 Jahre aus, außer die Jahreszahl ist durch 400 teilbar (Zuletzt 1900, als nächstes 2100, aber nicht 2000). Daher kann der Frühlingsbeginn zwischen dem 19. und 21. März stattfinden, wird aber bis zum Jahre 2100 fast ausschließlich auf den 19. und 20. fallen, so Wikipedia.

Der römische Kalender begann ursprünglich mit dem März als erstem Monat. Hieraus leiten sich auch die Namen der Monate September (lateinisch septem ‚sieben‘), Oktober (lat. octo ‚acht‘), November (lat. novem ‚neun‘) und Dezember (lat. decem ‚zehn‘) ab, jeweils benannt nach ihrer Position in der Abfolge der Monate.

Bauernregeln im März:

März
  • Der März soll wie ein Wolf kommen und wie ein Lamm gehen.
  • Ein fauler, feuchter März ist jedes Bauern Schmerz.
  • Märzgrün ist bald wieder hin.
  • Märzensonne – kurze Wonne.
  • Fürchte nicht den Schnee im März, darunter schlägt ein warmes Herz.
  • Märzenschnee und Jungfernpracht halten oft nur eine Nacht.
  • Wenn im März die Veilchen blühn, an Ludwig (25. August) schon oft die Schwalben ziehn.
  • Schnee, der erst im Märzen weht, abends kommt und gleich vergeht.
  • Siehst du im März gelbe Blumen im Freien, magst du getrost deinen Samen streuen.
  • Säst du im März zu früh, ist’s oft vergeb’ne Müh’.
  • Wie’s im März regnet, wird’s im Juni regnen.
  • Gibt’s im März zu vielen Regen, bringt die Ernte wenig Segen.
  • Märzenstaub bringt Gras und Laub.
  • Lässt der März sich trocken an, bringt er Brot für jedermann.
  • Märzenstaub und Märzenwind guten Sommers Vorboten sind.
  • Auf Märzenregen folgt kein Sonnensegen.

1. März: St. Albin
  • Regnet’s stark an Albinus, macht’s dem Bauern viel Verdruss.
  • Sankt Albin im Regen, kein Erntesegen.
  • Wenn’s an Sankt Albin regnet, gibt es weder Heu noch Stroh.


Kupferstich von Sebald Beham, März und April.
Der März im digitalisierten Wörterbuch der Brüder Grimm

März, m. der dritte monat des jahres; auf lat. Martius zurückgehend, welches, wie es ags. als fremdwort und im verein mit einem einheimischen monatnamen vorkommt:

hagolscûrum färð
geond middangeardMartius rêðe,
hlŷda heálîc. Menologium 36,

selbst bei uns noch im vorigen jahrh. gebraucht wird: die zeit aber, wann solches geschicht (die abwerfung des geweihes seitens des hirsches), ist gemeiniglich der Martius alter zeit nach. 
Göchhausen not. ven. (1741) 16; was in dem Martio oder merzen zu thun. öcon. lex. 2817; doch ist die umgedeutschte form schon früh ahd.: marceo, mertzo, merze, vergl. Weinhold monatnamen 49; letzteres setzt sich mhd. fort, zum theil mit abweichungen: mertze, mertz, mircze, martzemân Dief. 350b; nürnbergisch: der martzo hat 31. tag. Tucher baumeisterb. 22, 1; niederd. merte, doch dringt hier ebenfalls merze und marze vor, Schiller-Lübben 3, 78b. die kürzung und schreibung merz wird im 16. jahrh. allgemein üblich, erst um die mitte des vorigen tritt die schreibung märz auf: den 19. märz. Lessing 12, 39 (von 1756); heute, den ersten märz, erhalte ich ihren brief vom 12. januar. Gellert 8, 83 (von 1757); 
heute ist dieselbe vollständig eingebürgert. starke declination stellt sich vereinzelt schon im 16. jahrh. ein: holz, welches gefällt wird in den zween letsten feirtägen des merzes, das klimmet (schrumpft) nimmer, da baw dein zimmer. Fischart groszm. 103; doch haftet die schwache noch ziemlich allgemein in der ersten hälfte des vorigen, und in resten selbst später:

wie wenn im frühen märzen (: scherzen)
Aurorens glanz mit grauen nebeln ficht.
Wieland 17, 193 (Idris 3, 114);

einen stern
trägt jeder schützend auf seinem herzen,
und er braucht nicht zu fürchten die iden des märzen.
H. Heine 17, 244;

vgl. dazu die zusammensetzungen mit märz-, wofür sich auch märzen- zum theil bis heute findet.
merz, der dritt monat im jar, Martius mensis, der erst tag desz monats merzens, calendae Martiae Maaler 289a; gewöhnlich, wie überhaupt bei monatsbestimmungen, mit bloszer apposition, der erste märz (für der erste tag des monats märz), der zwanzigste märz; auch auszerhalb dieses ausfalls ohne flexion: im märz, ausgang märz, in der ersten hälfte märz; mit ausgang des märz. Schiller 820b; gewählter: dann erschien aber auf einmal in der hälfte des märzes eine ganz gefaszte, geordnete hand (handschrift). Göthe 25, 206; und mit flexion im dativ: [Bd. 12, Sp. 1691]

das korn, das keimend stand, als wir im märze starben.
Freiligrath dicht. 3, 174;

als ich zum ersten mal dich sah,
es war am sechsten märze,
da fuhr ein blitz aus lauer luft
versengend in mein herze.
Scheffel trompeter s. 212;

der märz, als die erste zeit des frühlings, 
von noch unbeständiger witterung, und ohne dasz die wärme dauert:
der merzist der lämmer scherz;
aber der apriltreibet sie wieder in die ställ. öcon. lex. 1530;

der merzhält den pflug bei der sterz,
darnach kommt der april,der hält ihn wieder still. ebenda;
zu anfang oder end
der märz sein gift entsendt.
Simrock sprichw. 367;

daher er der falsche heiszt:
das junge wollenvieh gebiehrt dir nutz und freude,
so oft der falsche merz sich überwunden sieht.
Günther 573;

die wind zwischen west und nort wüten am mehsten nach dem herbst und im merzen, und disz ist der merz, der nach dem sprüchwort, die leut störzt: sie (die winde) sint plötzlich, mit fewr schrecklich, und der herfür stechenden saat sehr schädlich. Sebiz feldb. 7; andere sprichwörter: ein grüner merz aber, sagen sie (die bauern), bringe selten was gutes. also auch, wenn der merz gar nasz und regnerisch ist, folget ingleichen selten ein gutes jahr darauf. öcon. lex. 1531;

trockner merz, nasser april, kühler mai,
füllt scheunen, keller, und bringt viel heu.

ebenda;
im märzen
spart man die kerzen.
Simrock sprichw. 366;

märz grün,
jungfrau kühn. 367.
*
:)

Gedicht:

So ward es März

So ward es März,
und so kam Ostern ...
der Schnee verkroch,
das Eis zerschmolz,
und allerwärts
schon leises Knospen
an Busch und Baum
in Hag und Holz!

So ward es März,
und so kam Ostern ...
und mit dem Fest
auch Sonnenschein
und keimt ins Herz
ein jubelnd Hoffen,
daß endlich doch
du endlich mein!

So ward es März,
und so kam Ostern ...
und ist nur erst
es einmal Mai,
baun sommerwärts
in Blust und Rosen
ein heimlich Nest
wir für uns zwei!

Cäsar Otto Hugo Flaischlen
Cäsar Flaischlen.
Cäsar Otto Hugo Flaischlen 
* 12. Mai 1864 in Stuttgart; 
† 16. Oktober 1920 im Sanatorium Horneck in Gundelsheim, 
war Anfang des 20. Jahrhunderts ein bekannter Lyriker und Mundartdichter.

Am 16. Oktober 1920 starb Cäsar Flaischlen im Alter von erst 56 Jahren
im Sanatorium Horneck bei Gundelsheim.
Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Stuttgarter Pragfriedhof 
(vorderer Teil, vor dem Krematorium) 
begraben und ist heute weitgehend vergessen.

Hab Sonne im Herzen

Hab Sonne im Herzen,
ob's stürmt oder schneit,
ob der Himmel voll Wolken,
die Erde voll Streit!
Hab Sonne im Herzen,
dann komme, was mag!
das leuchtet voll Licht dir
den dunkelsten Tag!
Hab ein Lied auf den Lippen,
mit fröhlichem Klang
und macht auch des Alltags
Gedränge dich bang!
Hab ein Lied auf den Lippen,
dann komme, was mag!
das hilft dir verwinden
den einsamsten Tag!
Hab ein Wort auch für Andre
in Sorg und in Pein
und sag, was dich selber
so frohgemut läßt sein:
Hab ein Lied auf den Lippen,
verlier nie den Mut,
hab Sonne im Herzen,
und Alles wird gut!

Cäsar Otto Hugo Flaischlen
Nach der Melodie: Der Mai ist gekommen.

Wünsche ein schönes Wochenende und ein
Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle