Sonntag, 24. März 2013

Gänseblümchen

Eigentlich dachte ich es wäre vorbei - mit dem Winter ! Jetzt Gestern ist er mit voller Wucht zurückgekehrt.
Bei einem unserer Spaziergänge, bei schönem, frühlingshaftem Wetter, habe ich schon einige der kleinen Köpfchen aus den Rasenflächen hervorschauen sehen, vom Gänseblümchen. Eigentlich sollte man an diesen Wunderwerken der Natur nicht achtlos vorübergehen, deshalb das Thema heute:
Gänseblümchen
Das Gänseblümchen.
(Lat.: Bellis perennis), auch „Mehrjähriges Gänseblümchen“, Maßliebchen, Tausendschön oder schweizerisch Margritli („Kleine Margerite“) genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Da es auf fast jeder Rasenfläche wächst, zählt es zu den bekanntesten Pflanzenarten Mitteleuropas.

Zu den Namen des Gänseblümchen:
Diese weit verbreitete Pflanzenart trägt eine Reihe von volkstümlichen Namen, die regional sehr unterschiedlich sein können. Typisch sind Angerbleamerl, Augenblümchen, Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen, Maßliebchen, Mondscheinblume, Morgenblume, Osterblume, Regenblume, Sommerröschen, Sonnenblümchen und Tausendschön. In der Schweiz auch: Gisegeisseli, Geissemeieli, Geisseblüemli, Geissenblümchen, Mülerblüemli oder Margrittli.
Die Bezeichnung Maßliebchen ist ab dem 14. Jahrhundert als Maßleben, Maßlieben, Maßlieblin belegt und wahrscheinlich vom mittelniederländischen matelieve ins Deutsche entlehnt.

Carl von Linné wusste das Gänseblümchen ebenfalls zu schätzen: Bellis (lateinisch) für schön, hübsch, perennis (lat.) für ausdauernd, mehrjährig, nannte er diese Pflanzenart.  Link zur Datenbank.

Gänseblümchen Verwendung als Nahrungspflanze:
Ein großer Ausdruck, man müsste viele davon sammeln können, aber
das Gänseblümchen wird gelegentlich als Futterpflanze genutzt.
Und für uns Menschen:
Die Blüten können auch im Salat verwendet werden. Am besten schmecken die jungen Blättchen aus dem Inneren der Rosette. Auch die Blüten sind essbar. Die Knospen sowie die nur halb geöffneten Blüten schmecken angenehm nussartig, die geöffneten Blüten dagegen leicht bitter, wodurch sie sich vorrangig als Salatbeigabe eignen. Sauer eingelegt werden Knospen manchmal als Kapernersatz verwendet.
Das Gänseblümchen - Verwendung als Heilpflanze:
Inhaltsstoffe: Gänseblümchen enthalten u. a. ätherische Öle, Gerbstoffe, Schleime, Bitterstoffe, Saponine, Säuren, Mineralstoffe und Vitamine. Die Röhrenblüten enthalten das Saponin Bayogenin,  Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Schleim. Außerdem wurde in den Blüten, wie bei vielen Asteraceae, das Apigenin-7 Glucosid Cosmosiin nachgewiesen.

Wirkung: Gänseblümchen wirken kühlend, schmerzstillend, blutreinigend, krampfstillend, schleimlösend, entsäuernd, hautreinigend und stoffwechselanregend.
Bekannt ist die blutreinigende Wirkung des Gänseblümchens, welches traditionell als Heilmittel bei Hauterkrankungen und Leberleiden eingesetzt wird. Wegen der oben genannten Inhaltsstoffe ist es auch entwässernd, als Frühjahrskur und als Rheumamittel geeignet.
In der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) wird eine Tinktur aus der ganzen Pflanze, einschließlich Wurzel verwendet.

Rezepte für Gänseblümchen-Tee und Gänseblümchen-Tinktur von Kräuterexpertin Adelheid Lingg
mit Beschreibung | Wirkung | der Anleitung und der Anwendung findet man auf der Service Seite
des BR-Online unter diesem Link

Das Gänseblümchen im Heilpflanzenkatalog - Heilpflanzen aus aller Welt
Auch mit verschiedenen Rezepten. Hier der Link zum Heilpflanzenkatalog

Das Gänseblümchen in verschiedenen Darstellungen aus:
Beispiele : Königsgräber in Ur aus dem dritten Jahrtausend enthielten einen goldenen Kopfschmuck, der mit Gänseblümchen verziert ist. Eine sehr alte 16-blättrige Form des Gänseblümchens findet sich als häufigstes Element am Ištar-Tor als Zeichen Ištars.
Das Gänseblümchen kam zu ungeahntem Ruhm, als es vom französischen König Ludwig IX. (1214–1270) zusammen mit der Lilie in sein Wappen aufgenommen wurde. Dazu ließ er sich einen Ring mit einem geflochtenen Blütenkranz anfertigen, u.v.m.


Das Gänseblümchen und der Aberglaube:
Das Gänseblümchen ist einer der ersten Frühlingsboten und es heißt, wer die ersten drei Gänseblümchen im Frühjahr esse, werde das restliche Jahr von Zahnschmerzen, Augenbeschwerden und Fieber verschont.
Und wer getrocknete Gänseblümchen bei sich trägt, die am Johannistag mittags zwischen 12 und 13 Uhr gepflückt wurden, dem geht keine wichtige Arbeit schief.
Verwendung findet das Gänseblümchen auch als Orakel, indem die einzelnen Blütenblätter einer Blüte verbunden mit alternierenden Abzählreimen (etwa: ...liebt mich, liebt mich nicht, liebt mich...) abgezupft werden.

Das Gänseblümchen im Märchen:
Hans Christian Andersens Märchen - Das Gänseblümchen bei Zeno-org

Das Gänseblümchen in der Kunst:
Hier nur ein Beispiel unter vielen, von Vincent van Gogh.
Vincent van Gogh, Stillleben, Vase mit Gänseblümchen (Vispix.com)
Kleine Fotomontage:
Gänseblümchen
Wünsche noch einen schönen, nicht allzu schneereichen Sonntag und ein
Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle