Samstag, 23. Februar 2013

Johanne Juliane Schubert

An M. F. in L., den 10. Februar
Gedicht von Johanne Juliane Schubert


Da liegt sie nun, die große, weite Fläche,
Wie in ein schimmernd Festgewand gehüllt; -
Und auf dem Marmor Eisgewordner Bäche
Glänzt tausendfach der Sonne Strahlenbild.

Gleich einer Braut im Flitterkranz begraben,
Schläft Winterschlaf in stiller Pracht die Flur;
Und Leichen gleich, die hier geblüht einst haben,
Ruhn Blümchen jetzt im Schooße der Natur.

Sie, Freundin! giebt der holde Lenz uns wieder,
Mag auch ihr Grab wie Eisen feste seyn;
Vorm Sturm sich sichernd, legten sie sich nieder,
Um neu zu blühn im Frühlingssonnenschein.

Wenn dann mein Pfad durch Veilchenduft mich leitet,
Beim angenehmen Nachtigallen-Lied;
Wenn jeder Sinn der Freude sich erweitet,
Und lieblich es im Garten Gottes blüht;

Wenn neues Leben, Auferstehungswonne
Wie Hauch des Ew'gen durch die Fluren weht,
Im reinen Aether feierlich die Sonne
Die lichte Bahn in längern Kreisen geht:

Dann werd' ich, Theure! dir entgegeneilen;
Es soll mein Herz des Wiederseh'ns sich freun;
Du wirst mit mir die süße Wonne theilen,
Und Frühlingsblumen kränzen den Verein. -

Johanne Juliane Schubert

Gedichte und Bio bei : Deutsche Liebeslyrik, die Biografie ist sehr beeindruckend.

Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle