Mittwoch, 16. Januar 2013

Mein Kräuterbüchlein

Beifuß
Namen: Beifuß, Buck, nse-
Jungfern kraut, Sonrrenwendgiirtel
Mugwort (engl.); Armoise (frz.)
Artemisia vulgaris (bot.).

Herkunft: chst überall in Europa und im nördlichen Asien.

Aussehen: Die ausdauernde Pflanze aus der Korbblütler-Familie wird bis 2 m hoch. Ihre kräftigen Stengel sind rötlich angelaufen, ihre kleinen gelben Blütenköpfe sitzen
ährenförmig an den Stielenden. Zum Würzen verwendete Teile: Blüten knospen, meist getrocknet.

Im Handel erhältlich: ganze Blütenrispen gelegentlich auf den Märkten oder in Gernüseläden, Blütenknospen, ganz oder gemahlen im Lebensmittelhandel.

Gesundheitlicher Wert: rdert vor allem die Fettverdauung, deshalb gut für fette Gerichte.

Geschmack: mildherbes Aroma, das leicht an Wacholderbeeren und Minze erinnert. Die Blätter sind sehr bitter, werden deshalb nicht verwendet.

Mit Beifuß würzt man: • fettes Fleisch z. B. nse- und Entenbrate
(1 EI der Knospen in das Innere geben, 1-2 EI zur Zwiebel in den Bratenfond);

Zu Gänsebraten; Lamrnbraten; Schweinebraten; Aal. Gelegentlich gibt man Beifuß auch an frisch ausgelassenes Schmalz. (Grieben)

Beifuß gilt als Mutter aller Kräuter und sollte in der Antike ans Bein gebunden vor Müdigkeit auf der Reise schützen. Heute wächst Beifuß in Asien, Europa und Nordamerika. Weitere Bezeichnungen für das Kraut sind Wilder Wermut, Gänsekraut, Besenkraut, Johannis- oder Sonnenwendkraut, Jungfern-, Mutter- oder Weiberkraut.

Beifuß hat schmückende, gelb-grün gemusterte Blätter, die auf der Unterseite weiß sind. Verwenden lassen sich nur die Zweigspitzen mit geschlossenen Blüten, deren Erntezeit von Juli bis Oktober reicht. Die Blätter sind ungenießbar bitter. Beifuß können Sie ganz oder gemahlen und frisch oder getrocknet verwenden.

Verwendung in der Küche:
Beifuß hat ein feinherbes Aroma, das an Minze und Wacholder erinnert. Er enthält zwar viele Bitterstoffe, schmeckt aber dennoch milder als Wermut. Beifuß passt zu vielen Gerichten und lässt sich in der Küche zum Beispiel auch als Ersatz für Schnittlauch einsetzen.

Beifuß regt die Sekretion von Magensäure und Galle an und hilft so bei der Fettverdauung. Deshalb wird dieses Kraut gerne bei fettigen Speisen wie zum Beispiel Aal, Ente oder Schweinefleisch eingesetzt. Beifuß ist meist ein Bestandteil der Kräuter, die die klassische Weihnachtsgans würzen. Gemüse- und Pilzgerichte lassen sich mit Beifuß ebenso verfeinern wie Fisch- und Eiergerichte. Weiterhin wird Beifuß gern als Gewürz für Gerichte mit Käse oder Eintöpfe mit Hülsenfrüchten verwendet. In jedem Fall sollten Sie Beifuß mitkochen und ihn dabei eventuell in ein Säckchen geben, um die Zweige vor dem Servieren einfach zu entnehmen.

Als Tee soll Beifuß bei Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit helfen.

Würzkombinationen mit Beifuß:
Beifuß hat ein so mildes und zugleich so spezifisches Aroma, daß man es möglichst nicht mit anderen kräftigen Gewürzen verwenden
sollte. Ausnahme: Zwiebel, Pfeffer und ein Hauch Knoblauch.

Beifuß-Geschichte:
Den Beifuß wissen heute nur noch ein paar Feinschmecker zu schätzen. Die meisten halten diesen Wermut-Verwandten, der wild an Wegrändern und auf Geröllhalden chst, ganz einfach für ein Unkraut
Das war nicht immer so:

Germanen und Kelten verehrten diese Pflanze als "Mutter aller Kräuter". Sie umkränzten sich damit in der Mitsommernacht: zum
Schutz gegen Dämonen und Hexen.

Wie man Beifverwendet:
Zumindest zum Würzen fetter Speisen sollte man ihn heute wieder zu Ehren kommen lassen. Man kann ihn selbst aussäen (dann im August
die Rispen mit noch geschlossenen Blüten zum Trocknen aufhängen' und Blätter entfernen).

Dunkel und luftdicht aufgehoben, hält getrockneter Beifuß sein Aroma ein Jahr. Er entfaltet seine Würzkraft erst beim Kochen. Deshalb
Fleisch mit zerbröselten Knospen vorher chtig einreiben. An Saucen oder in den Fond kommt er am besten im Mullsäckchen (ein Sck
Mullbinde zusammenbinden), das man vor dem Servieren entfernt.

Beifuß ist aromatisch-bitter im Geschmack und eignet sich hervorragend zu Gänse- oder Entenfleisch und Schweine- oder Lammfleisch.

Der Nine Herbs Charm, auch Nine Worts Galdor (engl. Neunkräutersegen oder -zauber) ist ein Werk der altenglischen Dichtung aus dem 9. oder 10. 
Jahrhundert nach Christus und beschreibt die Wirkung und Zubereitung von neun Heilkräutern

Es ist im Manuskript der Lacnunga überliefert, einer Sammlung altenglischer, vorwiegend heidnischer Heilmethoden. [Link]


Heilpflanzen - CH - Artemisa Vulgaris BEIFUß



Zusammenfassung:
Beifuß ist eine einheimische Wildpflanze. Er hat in Europa eine lange Tradition als heilige Pflanze und Zauberpflanze. Die positive Wirkung auf die Füße scheint schon lange bekannt zu sein. Beifuß gilt traditionell als Beschützer für Wanderer und Reisende. Denn, wer auf Reisen ist und Beifuß bei sich trägt, soll vor allerlei Gefahren geschützt sein. In die Schuhe gelegt oder ans Bein gebunden sorgt er dafür, daß der Wanderer nicht so schnell müde wird. Von dieser Verwendung leitet sich wohl auch der Name ab. Aber auch als Zauberpflanze zur Reinigung, Heilung und für magische Rituale hat die Pflanze Tradition. 
Dazu wird sie u.a. gräuchert, zu Kränzen geflochten usw. Beifuß ist auch Bestandteil des "Neunerbuschens" oder "Weihbuschens", wie er in den ländlichen Gegenden Süddeutschlands noch heute am 15. August (Kräuterweihe, "Maria Himmelfahrt") gebunden wird. Der botanische Name "Artemisia" ist abgeleitet von der Göttin Artemis. Artemis ist die Beschützerin der wilden Tiere und der Gebärenden. Sie ist zuständig für Heilung und Fruchtbarkeit. [ weiter bei Kräuterralmanach ]





Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle