Mittwoch, 9. Januar 2013

Mein Kräuterbüchlein : Arzneipflanze des Jahres 2013

Die Arzneipflanze 2013:
Große Kapuzinerkresse


Hademar Bankhofer
Die Große Kapuzinerkresse ist Arzneipflanze des Jahres - Heilpraxisnet

Die Arzneipflanze des Jahres 2013 ist die Große Kapuzinerkresse.

Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist nicht nur eine Zier- und Nutzpflanze.
Die weitkriechende und gelegentlich kletternde, krautige Pflanze ist ausdauernd, wird aber häufig einjährig kultiviert, da sie frostempfindlich ist.
Carl von Linne.
Seit 1684 ist die Kultivierung in Europa dokumentiert. Linné beschrieb sie 1753
in seinem Werk Species Plantarum
und gab ihr den noch heute gültigen wissenschaftlichen Namen Tropaeolum majus.



Natur Lexikon :  Große Kapuzinerkresse

Forschergruppe Klostermedizin : Große Kapuzinerkresse

Die Große Kapuzinerkresse zeichnet sich durch einen besonders hohen Vitamin C Gehalt und eine entzündungshemmende Wirkung aus.
Verantwortlich dafür sind die in ihr enthaltenen Glucosinolate, die bei der Einnahme durch Enzyme in Senföle umgewandelt werden und die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen verhindern. Außerdem bestimmen die Senföle den scharfen Geschmack von Blätter und Blüten.

Große Kapuzinerkresse - Verwendung in der Küche:
Blätter, Knospen, Blüten und Samen sind essbar und erinnern mit ihrem leicht pfeffrigen Geschmack an Brunnenkresse. Knospen und unreife Samen können als Gewürz verwendet werden, mariniert oder in Essig eingelegt werden sie wie Kapern verwendet. Blätter und Blüten werden meist als Salat angerichtet.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde:
Kapuzinerkresse findet auch Verwendung in der Pflanzenheilkunde, da sie u.a. Senföle (Senfölglykoside) enthält, die bakteriostatisch, virustatisch und antimykotisch wirken.
Sie kommen besonders reich in der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und verwandten Gewächsen vor.

Zu den bekannten Vertretern gehören Meerrettich, Radieschen, Senf und Kresse.
Bei den Senfölglykosiden handelt es sich um so genannte sekundäre Pflanzenstoffe, die Pflanzen zu ihrem eigenen Schutz z.B. vor Fraßschäden durch Schädlinge oder als Abwehr gegen pathogene Mikroorganismen produzieren.

Winter und Willeke entdeckten bereits in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in der Kapuzinerkresse das leicht flüchtige, hochwirksame Benzylsenföl, eine antibiotisch wirksame Substanz mit breitem antimikrobiellen Spektrum.

Untersuchungen belegen eine antibakterielle Wirkung des Benzylsenföls aus der Kapuzinerkresse gegen grampositive (Entero- und Staphylokokken) und gramnegative Keime (Escherichia coli, Haemophilus influenzae, Proteus mirabilis, Acinetobacter, Enterobacter spp.).

Auch eine antivirale Wirkung des Senföls aus Kapuzinerkresse konnte beobachtet werden. Schon 1958 wurde in wissenschaftlichen Untersuchungen von Winter und Willeke am exembryonierten Hühnerei unter dem Einfluss der Isothiocyanate aus der Kapuzinerkresse eine starke Hemmung der Vermehrung von Influenza-Viren nachgewiesen.

Das Benzylsenföl wirkt außerdem bei einer Vielzahl von Pilzen und Hefen antimykotisch. Auch Sprosspilze und andere humanpathogene Candida-Spezies reagieren hochempfindlich.

Pharmakologie:
Pharmazeutisch wird das frische oder getrocknete Kraut der Pflanze verwendet. (Tropaeoli herba). Die Heilpflanze enthält als Wirkstoff das Glucosinolat (Senfölglykosid) Glucotropaeolin, aus dem durch enzymatische Spaltung Benzylsenföl (Benzylisothiocyanat) entsteht. Daneben finden sich Ascorbinsäure, Flavonoide und Carotinoide. Die Inhaltsstoffe haben ein relativ breites Wirkungsspektrum gegen verschiedene Bakterien, darüber hinaus aber auch viren- und pilzhemmende Eigenschaften. Dementsprechend wird Kapuzinerkressenkraut zur innerlichen Behandlung von Bronchitiden und Sinusitiden sowie zur Behandlung von Infekten der ableitenden Harnwege verwendet. Bisher sind dabei keine resistenten Keime entstanden. Äußerlich wird die Pflanze gelegentlich auch als durchblutungsförderndes Mittel bei leichten Muskelschmerzen und Prellungen eingesetzt.

Die Große Kapuzinerkresse wurde im Herbst 2012 von Wissenschaftlern der Universität Würzburg („Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“) mit Verweis auf die in ihr enthaltenen antibiotisch wirksamen Senföle zur „Arzneipflanze des Jahres 2013“ gewählt.


Bilder: Wikipedia.

Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle