Dienstag, 1. Mai 2012

Kalender : Mai

Mai

Der Monat Mai im Chronograph von 354 des spätantiken Kalligraphen Filocalus.

Der Mai

Mit rosigtem Flügel
verjünget und neu
auf sonnigte Hügel
senkt froh sich der Mai.

Franz Grillparzer

Hans Thoma, Mai.
Mai
Benannt ist dieser Monat - so die Zeugnisse einer Reihe lateinischer Autoren - nach der römischen Göttin Maia, welcher der flamen Volcanalis am ersten Tag dieses Monats ein Opfer darbrachte. Das Zustandekommen der Gleichsetzung dieser - laut Gellius - altverehrten Göttin „Maia Vulcani“ (wohl als „Frau des Vulcanus“ zu denken) mit der Göttin Bona Dea und Terra - nach Macrobius - oder einer Plejade und der Mutter des Hermes/Mercurius ist unklar;
doch gilt die etymologische Zuordnung zur Wortwurzel *mag (und damit zu Wachstum und Vermehrung) als sicher. Damit ist der mensis Maius in das ursprüngliche römische Bauernjahr eingeordnet.

Im katholischen Kirchenjahr ist der Mai besonders der Verehrung der Gottesmutter Maria gewidmet (Maiandachten), weshalb er in diesem Umfeld auch als Marienmond bezeichnet wird.

Der erste Mai ist der internationale Feiertag (in Deutschland: gesetzlicher Feiertag) der Arbeiterbewegung. Am zweiten Sonntag im Mai ist in deutschsprachigen Ländern Muttertag. (Kalenderlexikon)

Im wunderschönen Monat Mai

I

Im wunderschönen Monat Mai,
  Als alle Knospen sprangen,
  Da ist in meinem Herzen
  Die Liebe aufgegangen.

Im wunderschönen Monat Mai,
  Als alle Vögel sangen,
  Da hab ich ihr gestanden
  Mein Sehnen und Verlangen.

Heinrich HeineAm ersten Mai

Im Mai, im Mai, am ersten Mai
Da kommt die Lust ins Leben,
Da hat der Meister seiner Welt
Den ersten Kuß gegeben;
Was lange schlief, da wacht es auf
Und will nicht ruhen länger,
Und voller wird da jede Brust
Und jede Knospe enger.

Da schaut der Herr zum ersten Mal
Auf Erdenlust herunter
Die Blumen blicken schüchtern auf
Und werden immer bunter;
Die duftet schon, und die versucht
Die Farben d'rein zu mischen,
Die Sonne glüht, die Quelle springt,
Und Vogelsang dazwischen.

Und Blum' und Quell, und Sonn' und Sang
Und alles Lebens Flammen,
Sie schmelzet Lieb' und Sehnsucht jetzt
In eine Lust zusammen;
Da schließt der Herr die junge Welt
In seine Schöpferarme;
Daß sie an seiner reichen Brust
Zu Farb' und Gluth erwarme.

Im Mai, im Mai, am ersten Mai
Da kam ein Sproß' in's Leben,
Der sich entfaltend aller Zeit
Hat Duft und Frucht gegeben.
Da hat ein zweiggewalt'ger Stamm
Die Wurzeln eingeschlagen;
Ein Eichenstamm, der auch zugleich
Viel Lorbeern hat getragen.

Rudolph der Held, der Kaiser Ahn,
Der Hort vom deutschen Reiche,
Die Sturm- und Donner- trotzende
Allmächt'ge Riesen-Eiche. —
Geboren ward an diesem Tag
Den sich die Zeit erkoren,
Zu retten sie von Schmach und Noth,
Rudolphus ward geboren. *)

D'rum sei uns auch der neue Mai
Ein Tag der neuen Freude;
Wie sich die weiße Erde färbt
Mit grünem Hoffnungskleide,
So wollen wir der Hoffnung auch
Der Tage Wechsel weihen,
Was uns der Winter weiß gebleicht
Wird wieder grün im Maien.

Johann Ludwig Deinhardstein

( *) Rudolph von Habsburg ward geboren am 1. Mai 1218.)

Johann Ludwig (Ferdinand) Deinhardstein 
* 21. Juni 1794 in Wien, † 12. Juli 1859 Wien,
auch Deinhard-Deinhardstein, Pseudonym Dr. Römer,
war ein österreichischer Schriftsteller, Literaturkritiker, Dramaturg und Hofbeamter.


Karl der Große führte im 8. Jahrhundert den Namen Wonnemond ein (eigentlich althochdeutsch „wunnimanot“ = Weidemonat), der darauf hinweist, dass man in diesem Monat das Vieh wieder auf die Weide treiben konnte.

Mit „Wonne“ im heutigen Begriffszusammenhang hat der alte Monatsname also eigentlich nichts zu tun.
Doch findet sich dieses Missverständnis schon zu Beginn der Neuzeit und des Neuhochdeutschen.
Laut Deutsches Wörterbuch der Brüder Grimm s. v. WONNEMONAT erklärt Basilius Faber 1587: „maius, der may, a frondibus Carolus Magnus den wonnemonat, id est mensem amoenitatis olim nuncupavit“ („maius, der may, nach dem Laub benannte einst Karl der Große den wonnemonat, d. h. den Monat der Lieblichkeit“).

Wiese im Monat Mai.
Ebenso erhielt der Mai die Bezeichnung Blumenmond wegen der Hauptblütezeit der meisten Pflanzen.

Nach alter Überlieferung darf man sich der zunehmenden Wärme erst nach den so genannten Eisheiligen vom 11. Mai bis zum 15. Mai sicher sein.

Der Mai; im Les Très Riches Heures du duc de Berry.
Etwa seit dem 13. Jahrhundert wird der Mai in Europa mit Maifeiern, -umgängen und -ritten gefeiert, in vielen Gegenden Deutschlands und Österreichs ist das Aufstellen oft imposanter Maibäume gewachsenes Brauchtum, länger schon existierten Feste wie Pfingsten, Beltane oder Walpurgisnacht.

Buchillustration Mai.
Einen schönen 1. Mai und
Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle