Dienstag, 11. Oktober 2011

Quitten



 Quitten - Fotos vom Urlaub am Bodensee. © M.Kreinbucher Fritz.


Die Quitte :
Lateinisch : Cydonia oblonga, die einzige Pflanzenart innerhalb der Gattung Cydonia,
gehört zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Die Quitte verdankt ihren Namen botanisch-wissenschaftlich wie auch in unserem Sprachgebrauch der griechischen Stadt Kydonia, heute Chania, im Nordwesten der Insel Kreta.

Die Quitte ist außerdem Namensgeber für die Marmelade (von portugiesisch marmelo für Quitte, aus dem griechischen melimelon „Honigapfel“).

Die Samen enthalten Schleimstoffe, giftige cyanogene Glycoside und Öl. Die Quittenfrucht selber enthält viel Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, Tannine, Gerbsäure, organische Säuren, viel Pektin und Schleimstoffe.


Quitte

Die in Deutschland oder Österreich wachsenden Quittensorten sind für den Rohverzehr nicht geeignet, da sie hart und durch die Gerbstoffe bitter sind. Andernorts gibt es aber auch Sorten, die roh gegessen werden können, zum Beispiel die in der Türkei angebaute Shirin-Quitte.

Bei der Zubereitung mitteleuropäischer Sorten muss in jedem Fall vor dem Verarbeiten der Früchte der Flaum oder Pelz der Quitten mit Hilfe eines (groben) Tuches gründlich abgerieben werden, da er reichlich Bitterstoffe enthält. Dann kann die Frucht geschält oder ungeschält verwendet werden. Erprobt ist auch das Abbürsten des Flaums mit einer Messingbürste. Da dabei die Schale aber kleine Kratzer bekommt, sollte diese erheblich schnellere Methode nur angewandt werden, wenn man die Früchte sofort weiterverarbeitet.

Die Ernte erfolgt am besten im nicht zu reifen Zustand, da sonst das in den Früchten enthaltene Pektin zunehmend abgebaut ist; am sinnvollsten ist als Erntezeitpunkt die Phase, in der die Farbe der Früchte von grün nach gelb umschlägt. Grasgrüne Früchte bleiben trotz eventueller Nachreife geschmacklich unbefriedigend. Bei später Ernte tritt rasch eine Bräunung des Fruchtfleisches auf. Knapp reif geerntete Früchte lassen sich getrennt von anderem Obst bis zu zwei Monate lagern.

Aus der Quitte kann man Marmelade, Kompott, Mus, Saft und daraus Gelee (Quittenkäs), Likör oder Schnaps herstellen. Von regionaler Bedeutung ist sie als Zugabe in der Apfelweinherstellung. Gebacken eignet sie sich als Dessert oder Beilage zu Fleisch. Quittenbrot ist eine Süßigkeit, hergestellt aus mit Zucker vermischtem eingedicktem Quittenmus, das etwa 1 cm dick auf einem Backblech verstrichen im Backofen gedörrt und anschließend in 2 bis 3 cm große Rauten geschnitten und in Zucker gewendet wird. Quittenbrot ist im deutschsprachigem Raum im Handel fast nicht erhältlich, in spanisch- und portugiesisch-sprachigen Ländern ist Dulce de membrillo eine verbreitete traditionelle Weihnachts- oder Wintersüßigkeit.

Dulche de membrillo

Quitten - Gelee und andere Rezepte


Quittenbrot / Speck.
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Quittenpasten oder Quitten-Plätzchen

Die bei der Bereitung von Quittengelee übrig gebliebenen Rückstände werden passiert. Das Mus mit Zucker (auf 1 kg Quittenmark = 750 g Zucker) vermischen, aufkochen, gut durchrühren und die Masse auf ein Kuchenblech giessen. Schön glatt streichen (ca. 1 1/2 cm dick) und im Ofen bei mässiger Hitze trocknen. Dann die Paste in kleine Vier- oder Rechtecke schneiden oder mit Formen ausstechen und beidseitig in Griesszucker wenden. In Blechdosen aufbewahren und zwischen jede Schicht ein Papier einfügen.

Aprikosenpasten / Aprikosen-Plätzchen, Himbeerpasten etc. werden gleich zubereitet, wie Quittenpasten - unter Verwendung der jeweiligen Rückstände bei der Geleezubereitung.

Rezepte mit Quitten

Verwendung als Heilpflanze !

Der griechische Arzt Hippokrates empfahl Quittenzubereitungen gegen Durchfall und Fieber.
Der römische Arzt Galen setzte Quittensaft zur Stärkung des Magens ein. Überliefert ist von ihm ein Siruprezept bestehend aus Quitten, Honig, Ingwer, Pfeffer und Essig, das nach seiner Empfehlung zwei bis drei Stunden vor dem Essen einzunehmen war.

Als heilsam wurde auch Quittenhonig eingesetzt, der hergestellt wurde, indem in einem weithalsigen großen Krug Quitten geschichtet, mit Weidenzweigen abgedeckt und dann mit dem feinsten und flüssigsten Honig aufgefüllt wurden. Die Quittenhonigflüssigkeit, die nach diesem Verfahren Römern und Griechen bekannt war, war angeblich kränkelnden Personen besonders zuträglich.

Quittentee soll bei Nervosität, Schlaflosigkeit und Mundgeruch helfen.
Lässt man ca. 1 Esslöffel Quittenkerne für 10-12 Stunden in 100 ml kaltem Wasser ziehen, entsteht der sogenannte Quittenschleim, der äußerlich aufgetragen bei Entzündungen, Wunden, rissiger Haut und Sonnenbrand helfen soll, sowie innerlich bei Magen-Schleimhautentzündung (Gastritis), Darmentzündung, Rachenentzündung, Fieber, Husten, Reizhusten und Bronchitis.

Eine Schale Quittenmus vor jeder Mahlzeit soll gegen Gicht helfen.
Die Spagyrik verwendet die Samen der Quitte als Kaltauszug; den Quittenschleim, äußerlich zu Verbänden besonders bei Brandwunden, innerlich bei Husten mit starker Schleimbildung.

Quitten



Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle