Freitag, 16. September 2011

Bucheckern

Es ist wieder so weit! Blätter, Früchte, Nüsse, alles fällt. Es wird Herbst.

Bucheckern.


Bucheckern sind die Früchte (Achäne) der Rotbuche. 


 Die dreikantigen Nüsse der Buche sitzen zu zweit in einem außen struppig-rauen, vierlappigen Fruchtbecher (Cupula) und sind von einer braunglänzenden Schale umgeben. Reichen Fruchtbehang gibt es bei der Buche alle 5 bis 8 Jahre.



Eine Buche produziert Bucheckern, wenn sie ein Alter zwischen 40 und 80 Jahren erreicht hat. Nach einem trockenen heißen Jahr fällt die Bucheckerernte besonders reichlich aus, wobei die Erträge leicht alternierend sind, d. h. einem reichen Bucheckerjahr folgt in jedem Fall eine geringe Bucheckerernte, auch wenn die klimatischen Voraussetzungen gut sind.
 
Bucheckern werden etwa im September reif.

Die Bucheckern werden von Vögeln und Nagetieren hoch geschätzt und spielten in der Vergangenheit auch in der menschlichen Ernährung eine Rolle.
Trotz der leichten Giftigkeit – die rohen Nüsse enthalten Alkaloide und Trimethylamin (auch Fagin [lat. fagus "Buche"] genannt) – wurde im 19. Jahrhundert (und in der Notzeit nach dem Zweiten Weltkrieg) aus den Nüssen in Ölmühlen Öl gepresst, welches sowohl beim Kochen als auch als Lampenöl Verwendung fand. Der Lipidgehalt von Bucheckern wird mit 40,7% angegeben, wobei der Embryo bis zu 46% fettes Öl enthalten kann. 

Auch zur Herstellung von Kaffeeersatz wurden Bucheckern ähnlich wie Eicheln verwendet. Rohe Bucheckern enthalten viel Oxalsäure. Auch deshalb können nach dem Genuss größerer Mengen Beschwerden auftreten.




Der übermäßige Genuss roher Bucheckern kann durch den Wirkstoff Fagin zu Vergiftungserscheinungen führen. Die giftigen Substanzen in den Bucheckern können jedoch durch Rösten abgebaut werden. Zudem führt leichtes Rösten zu einem besseren Aroma der Nüsse.

Rotbuchen sind sehr alte Bäume, wie das versteinerte Blatt einer Rotbuche hier zeigt:

Fagus sylvatica pliocenica - Versteinertes Rotbuchen Blatt
Fundort: Niac, Ayrens, Cantal, Frankreich | Zeitalter : Piacenzium



zum Vergleichdas Blatt einer Rotbuche.
Die Rotbuche

(Fagus sylvatica) ist ein in weiten Teilen Europas heimischer Laubbaum aus der Gattung der Buchen (Fagus). In der Umgangssprache wird sie gewöhnlich als „Buche“ bezeichnet. Um ihre Zugehörigkeit zur Gattung der Buchen zu betonen, ist in der Botanik die Bindestrichschreibweise Rot-Buche üblich. Sie ist mit einem Anteil von 14 % der häufigste Laubbaum in den Wäldern Deutschlands. In der Schweiz beträgt ihr Anteil 19 %, in Österreich 9 %. Der Namensteil „Rot“ bezieht sich auf die leicht rötliche Färbung des Holzes. Da die Rotbuche die einzige heimische Buchenart ist, ist ein Zusatz zur Artbezeichnung normalerweise unnötig. Allerdings wird die (vage ähnliche, aber nicht verwandte) Hainbuche (Carpinus betulus) gelegentlich auch „Weißbuche“ genannt.

Rotbuchenreiche Laubmischwälder sind die potenzielle natürliche Vegetation großer Teile Mitteleuropas. Die Rotbuche gilt als Zeigerpflanze für ein atlantisches Klima, daher wird das Atlantikum häufig auch Buchenwarmzeit genannt.

Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle