Montag, 18. Juli 2011

Kalenderblättle

Zitate:
Ein ganz klein wenig Süßes kann viel Bitteres verschwinden machen.
Francesco Petrarca, italienischer Renaissancedichter (* 1304 - † 1374)

Gehe nicht, wohin der Weg führen mag,
sondern dorthin, wo kein Weg ist,
und hinterlasse eine Spur...
Jean Paul
eigentlich Johann Paul Friedrich Richter
deutscher Dichter, 1763 - 1825

Namenstage:
Answer • Arnold • Arnulf • Friedrich • Odilia

Bauernsprüch:
Wenn es im Juli bei Sonnenschein regnet, man viel giftigem Mehltau begegnet.
Schnappt das Weidevieh nach Luft, riecht es schon Gewitterduft.
Blühen die Disteln reich und voll, ein schöner Herbst dir blühen soll.
Wenn naß und kalt der Juli war, verdirbt er meist das ganze Jahr.

Geburtstag:
Ricarda Huch
Ricarda Octavia Huch

* 18. Juli 1864 in Braunschweig;
† 17. November 1947 in Schönberg im Taunus, heute Stadtteil von Kronberg;
Pseudonym: Richard Hugo, war eine deutsche Dichterin, Philosophin und Historikerin.

Biographie DHM




Gestern weint ich in den Schoß des Glückes:


  Ach, mir fehlt die Sonne deines Blickes!


  Laß mich, laß mich deine stolzen süßen
  Goldnen Augen einmal noch genießen,


  Daß ich froh die Blicke wieder wende
  Auf den Tanz der Weltallsgegenstände,


  Und das Glöckchen wieder höre klingen
  Lieblich in den bunten Erdendingen.


  Da erblickt ich in der großen Ferne
  Eine Wiese voller Blumensterne,


  Überrieselt von der Sonne Röte,
  Bienenübersummt wie Hauch der Flöte,


  Und das Glück sprach: Sieh, so wirst du liegen
  Und dich an zwei traute Lippen schmiegen.


  Aber einst, nach langen Sommertagen -- -- --
  Und da schwieg es, wollte nichts mehr sagen.



Eine Melodie
  
  Singt mein Herz, die du gesungen.
  Still auf deinem Knie
  Lag mein Haupt, von deinem Arm umschlungen.


  Schwerer Duft der Nacht
  Zog mit müdem Hauch vorüber.
  Bang hab ich gedacht:
  Sterben müßt ich, hätt ich dich noch lieber.


  Liebst du auch so sehr?
  Warum singst du solche Lieder?
  Aus verhülltem Meer
  Läuten Glocken auf und tauchen nieder.


  Tief im dunklen Dom
  Schwanken Weihrauch und Choräle ...
  Wie ein Tränenstrom
  Zieht es einsam jetzt durch meine Seele.






STURMLIED


  O Brausen des Meers und Stimme des Sturms
  Und Irren im Nebelschwarm!
  In Hafens Ruhe, im Schutze des Turms,
  Wie eng und arm.


  Ich will kein Kissen mir unters Haupt,
  Kein Schreiten auf Teppichen weich;
  Hat mir der Sturm auch die Segel geraubt --
  Da war ich reich!


  O herrliche Fahrt im Windeshauch
  Hinauf und hinab und zurück!
  Nur kämpfend, und unterlieg ich auch,
  Ist Leben Glück.




Ricarda Huch


aus . . . .

Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle