Mittwoch, 13. Juli 2011

Kalenderblatt

Hamerling-Denkmal in Graz
Tagesspruch:
Wenn der Mensch zu seinem Leid von heute nicht immer auch sein Leid von gestern und sein Leid von morgen hinzurechnete, so wäre jedes Schicksal erträglich.
Rupert Hamerling,
österreichischer Schriftsteller
(* 1830 - † 1889)


Robert Hamerling, geboren als Rupert Johann Hammerling,
* 24. März 1830 in Kirchberg am Walde, Niederösterreich,
† 13. Juli 1889 in Graz, war ein Österreichischer Dichter und Schriftsteller.

Robert Hamerling zählte zu seiner Zeit zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren.

Namenstage:
Arno • Bertold • Heike • Heinrich • Horst • Joel • Kunigunde • Mildred • Sara • Silas

Bauernspruch:
Wenn die Ameisen im Juli ihre Haufen höher machen, so folgt ein strenger Winter.

Der Sommer

Das Erntefeld erscheint, auf Höhen schimmert
Der hellen Wolke Pracht, indes am weiten Himmel
In stiller Nacht die Zahl der Sterne flimmert,
Groß ist und weit von Wolken das Gewimmel.

Die Pfade gehn entfernter hin, der Menschen Leben,
Es zeiget sich auf Meeren unverborgen,
Der Sonne Tag ist zu der Menschen Streben
Ein hohes Bild, und golden glänzt der Morgen.

Mit neuen Farben ist geschmückt der Gärten Breite,
Der Mensch verwundert sich, dass sein Bemühn gelinget,
Was er mit Tugend schafft, und was er hoch vollbringet,
Es steht mit der Vergangenheit in prächtigem Geleite.

Friedrich Hölderlin 
(1770-1843)
Sommer

Singe, meine liebe Seele,
Denn der Sommer lacht.
Alle Farben sind voll Feuer,
Alle Welt ist eine Scheuer,
Alle Frucht ist aufgewacht.

Singe, meine liebe Seele,
Denn das Glück ist da.
Zwischen Ähren, welch ein Schreiten!
Flimmernd tanzen alle Weiten,
Gott singt selbst Hallelujah.

Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

Dort wucherte Mohn

Wir gingen in helle Kornfelder hinein.
Dort wucherte Mohn rotfleckig am Rain,
Fein klingen dort Ähren dem Ohr Melodein
Und wiegen die Köpfe leise und träge,
Und heiße Dinge liegen am Wege.
Nicht Körner allein im Kornfeld gedeihn,
Mohnrote Flecken, die lecken am Blut,
Die können im Feld ein Brennen anstecken;
Wir haben geküßt und nicht ausgeruht

Max Dauthendey

Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle