Sonntag, 24. Juli 2011

Fern sei die Ros und ihre Pracht...


Fern sei die Ros' und ihre Pracht!
Ein Rosenmündchen ist genug;
Fern sei der Bund mit Glück und Macht!
Ein Kosebündchen ist genug.


Ach schicke mich nach Eden nicht
Aus deiner Kammer, süßes Kind!
Ein Räumchen hier, zu sündigen
Ein trautes Sündchen, ist genug.


Mir wurde kein erhabner Geist,
Den großer Dinge Fund beglückt;
Doch find' ich einer Schenke Thür',
O dieses Fündchen ist genug.


Zu ewig ist die Ewigkeit
Für meine schwache Phantasie;
An einer warmen Wogebrust
Ein Wonnestündchen ist genug.


Aus welchem Grunde bin ich hier?
Sei's ohne weitern, sei es nur,
Zu küssen deiner Füße Staub!
Denn dieses Gründchen ist genug.


Georg Friedrich Daumer



Georg Friedrich Daumer
* 5. März 1800 in Nürnberg,
† 13. Dezember 1875 in Würzburg,
war ein deutscher Religionsphilosoph und Lyriker.
Bekannt wurde er auch als Erzieher von Kaspar Hauser.


Lyrik:
Als Lyriker trat Daumer vor allem mit Liebesgedichten und mit Übersetzungen orientalischer Gedichte (u. a. von Hafis) hervor. Neben Friedrich Rückert und August Graf von Platen gehört er zu den bedeutendsten Dichtern in der arabisch-persischen Gedichtform des Ghasels.
Seine drei morgenländischen Gedichtsammlungen gehören nach Thomas Bauer zu den gelungensten Beispielen einer „neugierig-aufgeschlossenen“ Orientrezeption.

Über 50 seiner Gedichte und Übersetzungen wurden von Johannes Brahms vertont, wodurch sie bis heute bekannt geblieben sind, insbesondere die Liebeslieder-Walzer auf Texte aus Daumers Polydora.

Wie bist du, meine Königin Musik: Johannes Brahms

Musik-Vertnun: Johannes Brahms | Gesang: Dietrich Fischer-Dieskau | Lyrik: Georg Friedrich Daumer

Einen schönen Sonntag und ein
Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle