Montag, 2. Mai 2011

Was blüht im Mai ?

Mai.
Der Giersch
Lateinisch:  Aegopodium podagraria,
 ist die einzige in Europa vorkommende Art der Gattung Aegopodium aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Der botanische Gattungsname Aegopodium leitet sich von griechisch aigeos (für „von Ziegen“) und griechisch pous-podos für Fuß ab und bezieht sich auf die Gestalt der Blätter,
die an einen Ziegenfuß erinnern.

Das Artepitheton podagraria weist darauf hin, dass diese Pflanze seit Jahrhunderten in der Volksmedizin zur Linderung der Schmerzen bei Rheumatismus und Gicht (Podagra) Verwendung fand; aus diesen Gründen trägt diese Pflanzenart auch die Trivialnamen :
Geißfuß, Dreiblatt, Ziegenkraut, Ziegenfuß bzw. Zipperleinskraut.
Wiesenholler wird er genannt, weil seine Blätter dem Hollerbusch sehr ähnlich sind.
Weitere Trivialnamen sind Schettele, Zaungiersch und Baumtropf.

Giersch gilt bei Gärtnern als ein lästiges „Unkraut“;
 er breitet sich wuchernd aus und lässt sich wegen seiner unterirdischen Triebe nur schwer bekämpfen. Andererseits ist Giersch ein wohlschmeckendes Wildgemüse.

Traditionelle Heilpflanze
Der Name Podagrakraut oder Zipperleinskraut weist darauf hin, dass Giersch ein traditionelles Mittel gegen Gicht ist. Über Jahrhunderte galt Giersch bei Patienten, die unter Gicht oder Rheumatismus litten, als Heilmittel.

Giersch kann als Salat oder Gemüse zubereitet werden und erinnert in Geruch und Geschmack an Spinat und ein wenig an Petersilie.

Er enthält viel Kalium, Vitamin C, Karotin und Eisen.
Er soll gegen Rheuma, Gicht und Arthritis, außerdem krampflösend, entgiftend und blutreinigend wirken.
Im Mittelalter, aber auch in neuerer Zeit wurde Giersch sowohl als Gemüse wie auch als Heilpflanze eigens angebaut.

Mittelalterliche Quellen belegen, dass er in Kloster- und Bauerngärten eine „natürliche“ Nutzpflanze war.
Da Giersch im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsearten über eine lange Zeit im Jahr zur Verfügung steht und nur geringe Ansprüche an Boden, Wasser und Lichtversorgung stellt, sicherte er z. B. während der Weltkriege vielen Menschen die Vitaminzufuhr.

Beim Sammeln ist darauf zu achten, eine Verwechslung mit ungenießbaren und sogar giftigen Arten von Doldenblütlern zu vermeiden, beispielsweise Gefleckter Schierling  [1] oder Breitblättriger Merk.

Als Salat eignen sich – wie bei anderen Wildpflanzen auch – vor allem die ganz jungen, kaum entfalteten Blätter.

Die rohen Blätter können auch in Aufstriche und Suppen gegeben werden.
Wenn die Pflanze schon älter ist, sind die Blätter für einen schmackhaften Salat zu grob.
Sie eignen sich dann aber nach wie vor zum Kochen, etwa für Aufläufe oder als Tee.
Die Blätter werden dann vergleichbar dem Blattspinat gekocht bzw. gedünstet.
Die Gierschstiele aber können bitter schmecken und werden im Zweifel besser vor dem Kochen entfernt.

Meerschweinchen und Kaninchen fressen den Giersch sehr gerne, so dass er auch als Kleintierfutter dienen kann.


Giftpflanzen z.Bsp.:

Der Gefleckte Schierling.
[1] Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er gehört mit Wasserschierling (Cicuta virosa) und Hundspetersilie (Aethusa cynapium) zu den giftigsten Arten der Doldengewächse. Mit einem Trank aus seinen Früchten oder Wurzeln wurden im Altertum Verurteilte hingerichtet: Schierlingsbecher.

Nicht verzehren.
Disclaimer beachten !




Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle