Freitag, 15. April 2011

Frühling

 Foto © Monika Kreinbucher - Frühling.

Frühling

Aus der dunklen Erde drängen
Crokus sich und Anemon',
Der Kastanien Blätter sprengen
Ihre braune Hülle schon.

Volle Knospen zeigt der Flieder,
Und vom blauen Himmelszelt
Strahlt die Sonne goldig nieder,
Frühlingsodem füllt die Welt.

Schwellt die Knospen und die Herzen
Mit erneuter Lebenskraft -
Dank der milden Luft des Märzen,
Die so reiche Wunder schafft.

Und die Vögel zwitschern leise
Vom vergangen Winterharm,
Hoch in Lüften zieht die Kreise
Flügelschnell ein Taubenschwarm.

Und mit ihnen ziehn Gedanken,
Herz und Seele leicht empor,
Auf zum Äther ohne Schranken,
Bis zum goldnen Himmelsthor.

Bis uns Liebe, Lust und Hoffen,
Wie ein rosger Glanz umwebt,
Denn der Himmel ist noch offen,
Weil der Lenz herniederschwebt.

Auguste Kurs, 1815-1892


Auguste Kurs wurde am 26. November 1815 als Tochter eines preußischen Oberst der Artillerie in Berlin geboren. Sie schrieb Gedichte als Kind, schon mit sieben Jahren. Sie schrieb später auch Lieder. 1840 heiratete sie einen preußischen Ministerialbeamten namen Kurs. Sie veröffentlichte Gedichte in Zeitschriften und Sammelwerken. Sie starb am 18. Juli 1892 in Berlin.



Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle