Sonntag, 19. Dezember 2010

Beifuss

Beifuß

Der Gewöhnliche Beifuß oder Gemeine Beifuß
Lateinisch : Artemisia vulgaris, auch Gewürzbeifuß oder einfach Beifuß genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Artemisia in der Familie der Korbblütler.
Beifuß
Weitere deutsche Trivialnamen sind Besenkraut, Fliegenkraut, Gänsekraut, Johannesgürtelkraut, Jungfernkraut, Sonnenwendkraut, Weiberkraut, Werzwisch, Wilder Wermut oder Wisch.  [1]

Beifuß - Artemisia vulgaris - junge Pflanze.
Vom Gemeinen Beifuß gibt es eine europäische (Artemisia vulgaris var. vulgaris) und eine asiatische Varietät (Artemisia vulgaris var. indica), die sich geringfügig in der Zusammensetzung des ätherischen Öls unterscheiden.

Allergiker :
Die Pollen des Beifuß sind ein häufiger und bekannter Auslöser allergischer Reaktionen. !

Beifuß ist ein typisches „Hackfrucht-Unkraut“, (Unkraut gibt es nicht!)
und verbreitete sich vermutlich zusammen mit dem neolithischen Ackerbau.
In Mitteleuropa findet er sich seit der Bandkeramik. Die ursprüngliche Verbreitung des Beifuß ist heute nicht mehr zu bestimmen, nachdem er durch den Menschen über fast alle nördlichen Gebiete der Erde verbreitet wurde. Auf nährstoffreichen Böden, vor allem Ruderalfluren, kommt der Beifuß wild vor.

Der Anbau zur Gewinnung von in der Parfümindustrie genutztem Öl findet in
Nordafrika (Algerien, Marokko) und Südeuropa (Frankreich, Balkan) statt.

Der Beifuss wird meistens gar nicht als wertvolle Heilpflanze wahrgenommen, obwohl er sich bis zu 2 m emporreckt. Seine dunkle Blattfarbe und unauffälligen Blüten führen zu dieser allgmeinen Ignoranz.

Beifuß

Wenn man diese wärmeverbreitende Heilpflanze jedoch erstmal kennengelernt hat, möchte man sie nicht mehr missen.


Der deutsche Name Beifuß (althochdeutsch pīpōʒ, mittelhochdeutsch bībuoʒ)
wird von dem althochdeutschen Verb bōʒen  „stoßen, schlagen“ abgeleitet.
Der Zusammenhang ist unklar, ggf. besteht er darin, dass die Blätter zur Verwendung gestoßen wurden oder aufgrund ihrer nachgesagten abstoßenden Wirkung auf sogenannte dunkle Mächte. Verwandt ist auch Amboss.

Die volksetymologische Umdeutung zu Fuß (sichtbar bereits an der mittelhochdeutschen Nebenform bīvuoʒ) steht in Zusammenhang mit einem Aberglauben, wonach Beifuß beim Laufen Ausdauer und Geschwindigkeit verleihen würde, wie bereits Plinius berichtete.

Die Erntezeit reicht von Juli bis September.
Man schneidet die oberen Triebspitzen, solange die Blütenkörbchen noch geschlossen sind. Sobald sich diese öffnen, werden die Blätter bitter und eignen sich nicht mehr zum Würzen.
Die Erntezeit für die Wurzel ist der Spätherbst.


Der Beifuß  ...    ein bitteres Gewürz zu fettem Fisch, Fleisch und Geflügel!   Feiertage ;-)

Beifuß wird als Gewürzpflanze zu fetten, schweren Fleischgerichten benutzt.
Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit an und unterstützen so die Verdauung.

Im Altertum und Mittelalter wurde Beifuß als Arzneipflanze bei Problemen mit der Verdauung eingesetzt.

Auch gegen Epilepsie („Valentinskraut“) und in der Gynäkologie wurde er verwendet. Heute wird der Beifuß nur noch homöopathisch eingesetzt.

Durch Wasserdampfdestillation wird aus den getrockneten Pflanzen Parfümöl („Essence d'Armoise“) gewonnen.

Hauptinhaltstoffe sind Thujon, Kampfer, Cineol, Psilostachin und Linalool. Einige Inhaltsstoffe (beispielsweise Thujon) sind giftig und machen längere Anwendungen oder hohe Gaben bedenklich. Wegen der Giftigkeit seiner ätherischen Öle wird vor der Verwendung des Beifuß in der Aromatherapie gewarnt. Die Droge nennt man Artemisiae herba oder Herba Artemisiae, es sind die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten Stängelspitzen mit den Blütenkörbchen.

In der traditionellen chinesischen Medizin findet er Verwendung in der Moxa-Therapie.


Mythologisches :
Beifuß galt im Mittelalter als sehr wirksames Mittel gegen und für Hexerei. Beigemischt war es Bestandteil vieler sogenannter magischer Rezepturen. Die Germanen trugen zu Johanni geernteten Beifuß zu einem Gürtel geflochten um den Körper. Der Johannis- oder Sonnwendgürtel sollte gegen Zauberei und böse Dämonen schützen. Laut Plinius soll ein um das Bein gebundenes Ästchen die Müdigkeit vertreiben. Am Dachfirst mit den Spitzen nach unten geheftet, wehrt Beifuß angeblich Blitze ab und hält Seuchen fern. Ähnliches gilt für die Thorellensteine [3] oder auch Narrenkohle[4] genannt, die man dem Glauben nach am Johannestag an den Wurzeln der Pflanze findet. [2]


[1] :  http://www.heilpflanzen-suchmaschine.de/beifuss/beifuss_synonyme.shtml
[2]  :  Anne Iburg (Hrsg.): Dumonts kleines Gewürzlexikon, S. 51-52
[3]  :  Sagen.at-Zauberpflanzen Artemisia Vulgaris
[4]  :  Absinthe - die Muse der anderen Art - Artemisia Vulgaris - Fussnoten

Wiktionary

Gernot Katzers Gewürzseiten - Uni Graz.at


Beifußöl
Oleum Artemisia vulgaris
Engl.: Wormwood Oil; Franz.: Racine d’armoise commune
In China und Japan tropfenweise im Tee gegen Erkältungskrankheiten; Einreibemittel bei Rheumatismus,
im  Gewürzlexikon

Heilpflanzen CH


Heilpflanzen Lexikon


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Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle