Montag, 29. November 2010

Schwäbische Dichter und Schriftsteller : Wilhelm Hauff

Wilhelm Hauff
geboren am 29. November 1802 in Stuttgart, starb am 18. November 1827 in Stuttgart
deutscher Schriftsteller und Dichter, von Werken wie:
'Der kleine Muck', 'Kalif Storch', 'Das Wirtshaus im Spessart', 'Das kalte Herz' usw.

Mit "Dem kleinen Muck", "Zwerg Nase" und "Schneeweißchen und Rosenrot" haben viele Menschen schon in früher Kindheit Bekanntschaft geschlossen - Hauffs Märchen gehören zu seinen beliebtesten Werken.
Der vielseitige Autor, der nicht einmal 25 Jahre alt wurde, studierte Theologie und Philosophie, arbeitete als Hauslehrer in einer aristokratischen Familie und war Redakteur bei Johann Friedrich Cottas "Morgenblatt".

Sein umfangreichstes Werk ist der historische Roman "Lichtenstein" (1826)
im Stil des schottischen Autors Sir Walter Scott.

In der Novelle "Phantasien im Bremer Ratskeller" (1827) verknüpfte er phantastische Elemente mit Zeitkritik und Satire.   

Verschiedene Märchen, u.a. von Hauff, auf der Website des Gutenberg-Projektes.


Stille Liebe          

O dürft ich fragen, was aus ihrem Auge
    Oft so entzückend mir entgegenstrahlt,
Was, wenn ich schnell mich ihrer Seite nahe,
    Die Wangen ihr mit hoher Röte malt!
Ahnt sie, was meine Lippen ihr verschweigen,
    Was meine Brust mit stiller Sehnsucht füllt?
Hofft ich zu kühn? ist es der Strahl der Liebe,
    Der so entzückend ihrem Blick entquillt?

Warum hat doch ihr Händchen so gezittert,
    Als ich ihr gestern guten Abend bot,
Und als ich ihr recht tief ins Auge schaute,
    Was machte sie auf einmal doch so rot?
Sie hat die Rose, die ich ihr gegeben,
    So sorgsam ins Gebetbuch eingelegt;
Warum wohl? da sie sonst so gerne Rosen
    Am Busen und am Sommerhütchen trägt.

Warum schwieg sie auf einmal heute stille
    Und wußte nicht mehr, was ich sie gefragt?
Hat sie gemerkt, was ich ihr gerne sagte?
    Ich hab ihr's doch mit keinem Wort gesagt!
O hätt ich Mut! dürft ich Louisen sagen,
    Was mich so still, was mich so tief beglückt!
O dürft ich fragen, was aus ihrem Auge
    Oft so entzückend mir entgegenblickt!

Wilhelm Hauff
Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle