Mittwoch, 24. November 2010

Gedichte : Sprachgitter

Augenrund zwischen den Stäben.
Flimmertier Lid
rudert nach oben,
gibt einen Blick frei.

Iris, Schwimmerin, traumlos und trüb:
der Himmel, herzgrau, muss nah sein.

Schräg, in der eisernen Tülle,
der blakende Span.
Am Lichtsinn
errätst du die Seele.

Wär ich wie du. Wärst du wie ich.
Standen wir nicht
unter einem Passat?
Wir sind Fremde.

Die Fliesen. Darauf,
dicht beieinander, die beiden
herzgrauen Lachen:
zwei Mundvoll Schweigen.

Joseph von Eichendorff
Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle