Dienstag, 23. November 2010

Bauernspuch:

November tritt oft hart herein, muß nicht viel dahinter sein.


Das traf ja am gestrigen Montag nicht zu.
Es hat geschneit und nach dem Wetterbericht wird es noch weiter schneien.
Mann kann sagen, der erste Schnee. Da fällt mir ein Gedicht Rilkes ein:

Jetzt reifen schon die roten Berberitzen...

Jetzt reifen schon die roten Berberitzen,
alternde Astern atmen schwach im Beet.
Wer jetzt nicht reich ist, da der Sommer geht,
wird immer warten und sich nie besitzen.

Wer jetzt nicht seine Augen schließen kann,
gewiss, dass eine Fülle von Gesichten
in ihm nur wartet bis die Nacht begann,
um sich in seinem Dunkel aufzurichten: -
der ist vergangen wie ein alter Mann.

Dem kommt nichts mehr, dem stößt kein Tag mehr zu,
und alles lügt ihn an, was ihm geschieht;
auch du, mein Gott. Und wie ein Stein bist du,
welcher ihn täglich in die Tiefe zieht.

Rainer Maria Rilke  (1875-1926)


Und dazu habe ich dieses schöne Bild entdeckt:
Schneebedeckte rote Berberitzen.


Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle