Montag, 8. November 2010

Alle Tage ein Gedicht : Daheim

Daheim

Stets, wenn ich beim Heimgang sehe
unsres Herdes Rauch,
rührt mich deine liebe Nähe,
wie ein Frühlingshauch.

Trieb mich einst durchs Weltgedränge,
flücht’ges Traumgebild,
hier in dieser trauten Enge,
atm’ ich tiefgestillt.

Ob es auch an Schätzen fehle,
reich ist nur, wer liebt,
wem sich eine reine Seele
voll und treu ergibt.

Was auch kommt, wie sollt ich zagen,
Hand in Hand mit dir?
Alles, alles will ich tragen,
bleibst du nur bei mir.

Wilhelm Hertz (1835-1902)

 
 Wilhelm Ritter von Hertz
* 24. September 1835 in Stuttgart;
† 7. Januar 1902 in München,
war ein deutscher Dichter und Germanist.

Wilhelm Hertz war insbesondere im 19. Jahrhundert populär und ist aufgrund des weitreichenden Verlusts vieler seiner Werke heute weitgehend in Vergessenheit geraten, jedoch werden zahlreiche der verschollenen Werke derzeit neu aufgelegt, rekonstruiert und wiederentdeckt.

Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle