Samstag, 12. Juni 2010

Holunder

Holunderblüte
Holunder als Heilmittel
Holundersaft und die Holunderbeeren, aber auch Tees aus Rinde und Blütenständen gelten als probate Hausmittel gegen Erkältung, Nieren- und Blasenleiden und finden bis heute Anwendung.[6] Als Faktoren dieser Wirkung gelten die in den Früchten enthaltenen Vitamine C und B, Fruchtsäuren, ätherische Öle, die auch in den Blüten enthalten sind, Flavonoide und vor allem das farbgebende Anthocyan. Dieses Antioxidans schützt die Zellmembranen vor Veränderungen durch freie Radikale und verlangsamt so den Alterungsprozess der Pflanzenzellen wie auch der Zellen des menschlichen Konsumenten.

Die ätherischen Öle mit ihren Aromakomplexen wirken leicht schweißtreibend und schleimlösend. Auch bei Magenbeschwerden wird Holundertee in der Hausmedizin erfolgreich angewandt.

Die getrockneten Blüten werden als „Flores sambuci" in Drogerien und Apotheken angeboten.

Holunderbeeren
Sowohl die Blütenstände als auch die daran gereiften Früchte lassen sich als Lebensmittel verwenden.

Die bekannteste Zubereitungsform für die Blüten sind ausgebackene Holunderblüten, die im deutschen Sprachraum als Hollerküchel, Holunderpfannekuchen, Holunderküchle oder Hollerschöberl bezeichnet werden. Dabei werden die Schirmrispen in einen dünnflüssigen Teig aus Mehl, Eiern und weiteren Zutaten getaucht und anschließend gebraten oder frittiert. Darüber hinaus werden die Blüten als Geschmack gebende Komponente für Getränke verwandt. Besonders weit verbreitet ist Holundersirup und Holundersekt.
In beiden Fällen werden die Blüten in eine Zuckerlösung gelegt und nach einigen Tagen abfiltriert. In dieser Zeit hat die Zuckerlösung den Holundergeschmack angenommen.

Da die Beeren des Holunders schwach giftig sind, können sie nicht roh verzehrt werden – erst nach Erhitzen können sie bedenkenlos verwendet werden. Die verbreiteteste Form dazu ist Gelee oder Mus.
In Norddeutschland kocht man aus den Beeren eine Fliederbeersuppe, sie finden zum Backen Verwendung und kommen als Zutat in Rote Grütze vor.  Die Beeren lassen sich problemlos einfrieren. Der Saft der Beeren ist zwar genießbar, aber sehr herb. Daher wird er oft mit Apfelsaft oder anderen süßen Fruchtsäften gemischt.

Heilkraft des Holunders
Der Holunder gehört noch heute zu den bekanntesten Volksheilmitteln. Fast alles von ihm kann man zu Heilzwecken benutzen. Der "Fliedertee" ist überall bekannt, er hat schweißtreibende Wirkung und wird bei Erkältungskrankheiten gern getrunken. Aber auch eine beruhigende und schmerzlindernde Wirkung ist zu verzeichnen bei Kopf- Zahn- und Ohrenschmerzen. Bei Ohrenschmerzen wird ein Leinsäckchen mit Holundertee überbrüht und auf das Ohr gelegt.

Die Beeren kann man zu leckerem Saft verarbeiten und in Norddeutschland kocht man gern eine "Fliedersuppe" aus den Beeren. Auch Mus, Wein, Sekt und Marmelade werden aus den Beeren gewonnen. Der frische Saft wird empfohlen zur Heilung von Rheuma, Neuralgien und Ischias.

Die Rinde und die Wurzel wirken stark harntreibend. Die Blätter haben auch eine harntreibende Kraft, jedoch nicht so stark wie sie Rinde. Vorsicht! Zu große Mengen können Übelkeit hervorrufen!

Volksglaube
Dem Holunderstrauch wurden sowohl unheilvolle als auch positive Eigenschaften nachgesagt. Das Verdorren eines Strauches zeigte den Tod eines Familienmitglieds an. Andererseits galt er als Abwehrmittel gegen schwarze Magie und Hexen, schützte vor Feuer und Blitzeinschlag und man sollte unter ihm vor Schlangenbissen und Mückenstichen sicher sein. Auch beherbergte er wohlgesinnte Hausgeister, was den Strauch in vielen Hausgärten heimisch werden ließ und zu dem Spruch führte, dass man vor einem Hollerbusch den Hut ziehen müsse.

Der unangenehme Geruch des Laubes soll daher kommen, dass sich Judas an einem Holunderbaum erhängt haben soll.

Mythologie - Geschichte
Die Germanen brachten zu Ehren der Göttin Holda oder Holla*  ihre Opfer unter dem Holunderbaum dar.
In den Bauerngärten finden wir heute noch oft den Holunderbaum als beschützenden Hausbaum.
Oft wurden sie in direkter Nähe zum Haus gepflanzt. In Tirol zog man vor jedem Holunderbaum den Hut und es war früher in Deutschland unter Strafe verboten, einen "Hollerbusch" zu beschädigen oder gar zu fällen.

Man glaubte auch, wer einen Holunder fällt, wird krank.

Die Göttin Holla (von hold oder huld) war eine milde und freundliche Göttin, die das Leben der Pflanzen und der Tiere beschützte. Die Germanen glaubten, zur Zeit der Wintersonnenwende ziehe die Göttin über die Erde, um mit dem Winter zu ringen und der Erde Fruchtbarkeit und neues Leben zu schenken.

Die weißen Schneeflocken verglichen sie mit der Helle der Holda. Sie glaubten, ein Mensch, der wie Holda den Weg des Lichtes geht, überschütten die Götter mit Erkenntnis und Weisheit *

*Beispiel: im Märchen der Brüder Grimm  -  Frau Holle .
Links und rezepte zu Holunder :

Heilkräuter

Onmeda - Lexika - Heilpflanzen - Holunder

Kräuterverzeichnis

Anwendungsbeispiele und alte Rezepte um den Holunder

Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker!
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!
Selbstdiagnose kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.
Bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt den Arzt zu Rate ziehen.

Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle