Mittwoch, 12. Mai 2010

Toskanisches Mädchenlied - Rosmarin

Toskanisches Mädchenlied

Rosmarin,
Rosmarin,
Blasser, blauer Rosmarin
In meinem Garten steht, o seht,
In meinem Garten steht.

Leicht ist er zu schaun,
Steht gleich am Zaun,
Mit Blüten übersät,
Daß, wenn mein Liebster vorübergeht,
Der Busch für ihn ein Zeichen wär,
Wie süß, wie sehr,
Wie hold, wie schwer
Für ihn, für ihn
Mein Herz die liebe Liebe trägt,
Gleichwie seine Blüten der Rosmarin.
Mein Herz, das Nest aus lauter Lindigkeit,
Das ihn allein behegt,
Mein Herz, das Nest, in dem die Nachtigall
Der Liebe lockend schlägt,
Gebenedeit
In Heimlichkeit
Mit lautem Wonneschall,
Und leisem Wehewiderhall,
Wie gestern, so heut
Und morgen und weit,
Weit weg über Wochen und Jahre,
Von Frühlings- bis zur Winterszeit,
Amen, mein Herz, Amen,
In alle Ewigkeit.

Otto Julius Bierbaum (1865 – 1910)

Der Rosmarin
Lateinisch: Rosmarinus officinalis, ist eine von zwei Arten der Gattung Rosmarinus und ein immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler.

Der Name Rosmarin kommt vom lateinischen ros marinus und bedeutet „Tau (ros) des Meeres (marinus)", also „Meertau".
Als Begründung wird dazu oft angeführt, dass Rosmarinsträucher an den Küsten des Mittelmeeres wachsen und sich nachts der Tau in ihren Blüten sammle. Eine weitere Deutung der Herkunft des Namens geht auf den griechischen Begriff rhops myrinos (balsamischer Strauch) zurück. Dazu gehört auch ein möglicher namenskundlicher Zusammenhang der griechischen Wörter libanotis (Rosmarin) und libanos (Weihrauch).

Rosmarin hat einen sehr intensiven, aromatischen Geruch und einen harzigen, leicht bitteren Geschmack, der etwas an Kampfer und Eukalyptus erinnert. Er wurde aufgrund seines ähnlichen Geruches auch als Ersatz für Weihrauch verwandt.

Rosmarin
war Bestandteil eines der ersten destillierten Parfüme, bei dem ätherisches Öl mit Alkohol kombiniert wird. Die Mischung wurde 1370 registriert und hieß nach der Königin Elisabeth von Ungarn (1305–1380) „Ungarisches Wasser". Nach einer Legende versicherte ein Einsiedler, der das Duftwasser der Königin überreichte, es werde ihre Schönheit bis zu ihrem Tode bewahren.

Kölnisch Wasser enthält nach wie vor Rosmarinöl.

Rosmarin fand seine Verwendung zuerst in religiösen Kulten und in Mitteln der Apotheker, bevor er in der Küche Einzug hielt. Es passt hervorragend zu Fleisch oder Kartoffeln. Spitzenköche schätzt vor allem die Mischung von Apfel und Rosmarin. Apfelgelee lässt sich beispielsweise mit Rosmarin aromatisieren.

Rosmarin ist in der mediterranen Küche (vor allem in Italien und der Provence) ein wichtiges Gewürz.
Rosmarin wird oder wurde zeitweilig auch als Bitterstoff im Bier verwendet.

Rosmarin enthält ätherische Öle (Terpene: Cineol, Borneol, Bornylacetat, Campher, Carnosol, Carnosolsäure, Terpineol), 8 % Gerbstoff (hauptsächlich Rosmarinsäure), Flavonoide, Glycolsäure, Bitterstoffe, Saponine, Harz. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze pro 100 g Frischegewicht
beträgt 217,3 mg.

Da es sich bei Rosmarin um eine mediterrane Pflanze handelt, könnte man annehmen, dass bereits die Griechen und Römer ihn als Heilkraut benutzt hätten. Das scheint nicht zuzutreffen, denn nur Dioskurides bringt einen Hinweis, dass „Rosmarin eine erwärmende Kraft habe".
In der antiken Kultur dagegen hat der Rosmarin als eine den Göttern, insbesondere der Aphrodite, geweihte Pflanze eine große Rolle gespielt.

In der Naturheilkunde
wird Rosmarin innerlich als Tee zur Kreislaufanregung und gegen Blähungen verwendet. Rosmarin wirkt anregend auf Kreislauf und Nerven und soll besonders beim so genannten „Altersherz" durch milde Unterstützung und Stärkung wirken. Rosmarin fördert auch die Tätigkeit der Verdauungsdrüsen und hilft so bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen.

Äußerlich wirkt Rosmarin durchblutungssteigernd und wird daher zu Bädern sowohl bei Kreislaufschwäche, Durchblutungsstörungen als auch bei Gicht und Rheuma (beispielsweise als Rosmarinspiritus) gebraucht.
Rosmarinöl hat eine stark antiseptische Wirkung, die das 5,4-fache von Karbolsäure (Phenol) beträgt.

Auch im Pflanzenbereich hat Rosmarin als Tee aufgebrüht eine antimykotische Wirkung auf verschiedene Schadpilze und lässt sich somit als hauseigenes Pflanzenschutz- bzw. -stärkungsmittel einsetzen.

Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle