Donnerstag, 6. Mai 2010

Löwenzahn


Der Gewöhnliche Löwenzahn
Lateinisch: Taraxacum sect. Ruderalia, stellt eine Gruppe äußerst ähnlicher und stark verwandter Pflanzen in der Gattung Löwenzahn (Taraxacum) aus der Familie der Korbblütler dar.
Meist werden diese Pflanzen einfach als Löwenzahn bezeichnet.

Obwohl die Pflanze oft als "Unkraut" bezeichnet wird, hat sie einiges zu bieten.
Der Löwenzahn enthält 9-mal soviel Vitamin C wie ein Salat und sogar 40-mal soviel Vitamin A. In ihm stecken die Mineralstoffe Calcium, Kalium, Phosphor und Magnesium. Trotzdem denken immer noch viele, dass er ein Unkraut ist - und das zu unrecht. Denn der Löwenzahn ist eine richtige Vitaminbombe.

Die wichtigsten Wirkstoffe des Löwenzahns sind die Bitterstoffe. Sie fördern allgemein die Sekretion der Verdauungsdrüsen. Daneben wurde auch eine harntreibende Wirkung nachgewiesen, die möglicherweise auf die hohe Kaliumkonzentration zurückzuführen ist.

Anwendung finden die Drogen bei Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl und Blähungen, bei Störungen im Bereich des Gallenabflusses und zur Anregung der Harnausscheidung bei entzündlichen Erkrankungen und Steinbildung.

Die Volksheilkunde nutzt die Drogen außerdem als leichte Abführmittel, bei rheumatischen Erkrankungen und Ekzemen, verbreitet auch die frischen jungen Blätter zu Frühjahrskuren als Salat oder Presssaft. Die im Herbst geernteten inulinreichen Wurzeln dienen (heute wieder) geröstet als Kaffee-Ersatz.

Homöopathische Zubereitungen werden ebenfalls bei Lebererkrankungen und Verdauungsbeschwerden gegeben.

Die gelben Blüten eignen sich zur Herstellung eines wohlschmeckenden, honigähnlichen Sirups oder Gelees als Brotaufstrich. Die jungen, nur leicht bitter schmeckenden Blätter können als Salat verarbeitet werden. Mit einer Speck-Rahmsauce gilt dieser als Delikatesse. Aus der getrockneten Wurzel der Pflanze wurde in der Nachkriegszeit ein Ersatzkaffee hergestellt (Zichorienwurzelersatz).

Löwenzahn-Tee
Die jungen Löwenzahnblätter in kleine Stücke schneiden und eine Minute kochen lassen. Anschließend eine Minute ziehen lassen. Dann noch abseihen und trinken. Dieser Löwenzahn-Tee entgiftet, entschlackt und hilft gegen Rheuma.
Löwenzahnwiese
Auch wenn es die Eltern in ihrer Kindheit verboten haben, für Erwachsene sind die Löwenzahnstängel, die Röhrchen, ungefährlich.

Löwenzahn: Kräuterhexen schwören darauf, er hilft bei  bei Gallenbeschwerden, vor allem Gallensteinen.
Allerdings sollten man nicht mehr als 5 Stängel pro Tag kleingeschnitten zu sich nehmen.
Ganz einfach aufs Butterbrot oder über den Salat.
Die Stängel sollten vor allem früh im Jahr gesammelt werden, dann sind sie nicht so bitter.
Man kann sie wunderbar für den Rest des Jahres aufbewahren.
Einfach kleinschneiden, in ein Marmeladenglas geben und ab damit in den Tiefkühlschrank.



Die Blüten

Zierlich geputzt, im weißen Schleier
Harren die Blüten auf ihren Freier:
Herrn Flätterling, Herrn Sumsumsum,
Herrn Muck oder Puck oder Hummelbrumm.

Sind noch viel scheue Bräutchen dabei,
Die hielten sich gerne noch frei,
Bis alles auch wirklich in Ordnung sei!
Drum schließen sie eng noch den Kelch zusammen,
Bergen noch streng vor den Sonnenflammen
Ihre Narben und Pollen,
Daß die noch warten sollen.

Aber die anderen lockte das Licht,
Und sie wehrten sich nicht.
Und die Lustigsten und die Kühnsten,
Die sich schon ganz erschlossen,
Kichern: Wir stünden schon heut' zu Diensten
Jedem Genossen!

Husch, ist der Himmel schwarz und schwer
Wie die Nacht!
Hui, und da braust es schon her
Pfeilgeschwind -
Seine Hochzeit macht
Junker Wirbelwind!

Tanzt einen tollen Reigen
Mit den erschrockenen Zweigen,
Greift in gierigem Wüten
Alle die offenen Blüten,
Wühlt darinnen mit wilder Lust
Und zerpflückt sie an seiner Brust!

Ein Strahl, ein schmetternder Schlag...
Ruhig wieder blaut der Tag
Ueber dem Hag.
In den erschütterten Lüften
Liegt von versprühten,
Verflatterten Blüten
Süßes, trunkenes Düften,
Als wollten im Tode noch sagen
Sie, die der Sturm zerschlagen:
Mußten wir auch verglühn,
Wohl uns - wir starben im Blühn!

Doch auch die Unversehrten, die Zagen,
Haben's nun gut,
Fassen wieder Mut,
Richten sich auf mit Behagen,
Träumen von langer Sonnenglut
Und vom Früchtetragen.

Hanns von Gumppenberg