Sonntag, 16. Mai 2010

Das Lied vom Kirschbaum in Wiener Mundart..

Das Lied vom Kirschbaum von Johann Peter Hebel übertragen durch :
Erich Toth, Wien
Zan Frühling sogt da liabe Gott
"Ge, deck`n Wurm aa sein Disch"
Glei treibt da Kiaschbam Laub um Laub
vüh Bladln grean un frisch

es Wiamal is im Ei aufgwocht
hot gschlofn in sein Wintaheisl
es streckt se, speat sei Goschn auf
und reibt de bledn Glurn aus

Und daun drauf hods med stülln Zauhn
aun seine Bladln gnogt
Es sogt :" Ma kaun ned weg davaun
wos so aa Gmias ma behogt !"

Und wieda sogt da liabe Gott:
"Deck jetzn dera Bienan ir`n Disch"
Do treibt da Kiaschbam Blia aun Blia
Vüh tausend Blia weiß und frisch

Und`s Bienal siachts in da Fruah
im Murgnsunnschein und fliagt zucha
und denkt se: "Des wird mei Kaffä sei";
Wos is des kostboar Porzellan

Wia san de Taatzn rein gschpüht"
steckt sei klane Zungan eine, tringt und sogt:
Wia schmeckt des siass
Do muaß da Zucka woifeu sei`

Zan Summa sogt da liabe Gott
"Ge, deck an Spotz`n sein Disch
Do treibt da Kiaschbam Frucht aun Frucht
vüh tausnd Kiaschn rod un frisch

Und`s Spotzl sogt: "Is`s so gmant?
I setz`me hi` hob Appetit
des gibt ma Kroft in Moach und Ba`
stearkt ma de Stimm` zu neich`m Liad"

Do sogt zan Heabscht da liabe Gott
""Ram oh, de san au`gspeist"
Drauf hod de Beagluft küh` gwaht
und`s hod a bissl Reif g`eist

De Bladln wean göhb und rod
ans noch`n aundan foit scho` oo
und wos vaum Bodn aufgschtieg`n is
muaß a wida zan Bodn owe.

Zan Winta sogt da liabe Gott
"Hiatz`deck, wos iba is, ma zua!"
Do straat da Winta Flockn drauf
Jetztn daunkt`s `n Gott und haut`s eich in de Hapfn

Übersetzt in Wiener Mundart
von Erich Toth, Wien

Mo sonniges Grüssle vom Sonnenblümle