Dienstag, 11. Mai 2010

Das Gänseblümchen

 Gänseblümchen (Bellis perennis L.)
Das Gänseblümchen 
Lateinisch: Bellis perennis, auch Mehrjähriges Gänseblümchen, Maßliebchen, Tausendschön genannt,
ist eine Blütenpflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Da es auf fast jeder Rasenfläche wächst, zählt es zu den bekanntesten Pflanzen Mitteleuropas.

Die weit verbreitete Pflanzenart trägt eine Reihe von volkstümlichen Namen, die regional sehr unterschiedlich sein können. Typisch sind Angerbleamerl, Augenblümchen, Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen, Maßliebchen, Mondscheinblume, Morgenblume, Osterblume, Regenblume, Sonnenblümchen und Tausendschön.

Die Bezeichnung Maßliebchen ist ab dem 14. Jahrhundert als Maßleben, Maßlieben, Maßlieblin belegt und wahrscheinlich vom mittelniederländischen matelieve ins Deutsche entlehnt.
Carl von Linné wusste das Gänseblümchen ebenfalls zu schätzen:
Bellis (lateinisch) = schön, hübsch, perennis (lat.) = ausdauernd, mehrjährig, nannte er diese Pflanzenart.

Das Gänseblümchen wird gelegentlich als Futterpflanze genutzt.
Die Blüten können auch im Salat verwendet werden.
Am besten schmecken die jungen Blättchen aus dem Inneren der Rosette.
Auch die Blüten sind essbar.
Die Knospen sowie die nur halb geöffneten Blüten schmecken angenehm nussartig, die geöffneten Blüten dagegen leicht bitter, wodurch sie sich vorrangig als Salatbeigabe eignen.
Sauer eingelegt werden Knospen manchmal als Kapernersatz verwendet.
Die Röhrenblüten enthalten Saponine, Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Schleim.
Außerdem wurde in den Blüten, wie bei vielen Asteraceae, das Apigenin-7 Glucosid Cosmosiin nachgewiesen.

Bekannt ist die blutreinigende Wirkung des Gänseblümchens,
welches traditionell als Heilmittel bei Hauterkrankungen und Leberleiden eingesetzt wird. Wegen der oben genannten Inhaltsstoffe ist es auch entwässernd, als Frühjahrskur und als Rheumamittel geeignet.
In der Phytotherapie wird eine Tinktur aus der ganzen Pflanze, einschließlich Wurzel verwendet.

Das Gänseblümchen kam zu ungeahntem Ruhm,
als es vom französischen König Ludwig IX. (1214–1270) zusammen mit der Lilie in sein Wappen aufgenommen wurde. Dazu ließ er sich einen Ring mit einem geflochtenen Blütenkranz anfertigen.

Eine sehr alte 16-blättrige Form findet sich als häufigstes Element am Ištar Tor als Zeichen Ištars.

Wahrscheinlich keltischen Ursprungs ist der Glaube, dass der Genuss der kleinen Pflanze das Wachstum dämpfen kann. Eine irische Sage erzählt von der Fee Milka, die dem Kind des Königs heimlich „Gänseblümchenspeise" zu essen gibt, damit es nie erwachsen wird.

Noch heute gibt es auf den britischen Inseln und bei spanischen Zigeunern den Brauch, jungen Welpen Gänseblümchen zu fressen zu geben, damit sie nicht groß werden.

Das Gänseblümchen ist einer der ersten Frühlingsboten und es heißt, wer die ersten drei Gänseblümchen im Frühjahr isst, wird das restliche Jahr von Zahnschmerzen, Augenbeschwerden und Fieber verschont.
Und wer getrocknete Gänseblümchen bei sich trägt, die am Johannistag mittags zwischen 12 und 13 Uhr gepflückt wurden, dem geht keine wichtige Arbeit schief.
Verwendung findet das Gänseblümchen auch als Orakel, indem die einzelnen Blütenblätter einer Blüte verbunden mit alternierenden Abzählreimen etwa:
Er...liebt mich, liebt mich nicht, liebt mich.. ; abgezupft werden.

Gänseblümchen im Naturlexikon

sonniges Grüßle vom Sonnenblümle