Donnerstag, 22. April 2010

Brennessel

 
 Brennesseln
Die Brennnesseln
Lateinisch: Urtica, bilden eine Gattung in der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae) und gehören somit zu den Bedecktsamern. In Mitteleuropa kommen vier Arten dieser Gattung vor.

Für die Raupen von rund 50 Schmetterlingsarten sind die Brennnesseln eine Futterpflanze.

Die Schmetterlingsarten Admiral, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs (auch als Nesselfalter bekannt), Silbergraue Nessel-Höckereule, Dunkelgraue Nessel-Höckereule, Brennnessel-Zünslereule (Hypena obesalis) und das Landkärtchen sind dafür sogar auf die Brennnessel angewiesen, andere Pflanzen kommen für diese Arten nicht in Betracht (Monophagie). Trotzdem scheinen sich diese Schmetterlingsarten kaum gegenseitig Konkurrenz zu machen, denn sie bevorzugen jeweils andere Wuchssorten der Brennnessel oder sind relativ selten.

So zum Beispiel sind die Raupen des Kleinen Fuchses an trockenen und sonnigen Stellen zu finden, das Tagpfauenauge mag es zwar gleichfalls sonnig, aber dennoch luftfeucht und bevorzugt daher Plätze an Gewässern. Beide Arten benötigen überdies größere Brennnesselbestände.
Der Admiral dagegen gibt sich schon mit Ansammlungen einiger weniger Pflanzen zufrieden und bevorzugt eher kümmerliche Brennnesseln.
Landkärtchen
Das Landkärtchen sucht sich die schattigsten Wuchsorte der Brennnessel aus, die oft großen und dichten Bestände in den fluss- und bachbegleitenden Auwäldern.

Auf fast jeder Brennnessel sind Fraßspuren einzelner Insekten zu sehen. Dabei müssen diese eine Strategie entwickelt haben, mit der sie die Brennhaare umgehen. Sie fressen sich um die Haare herum und bevorzugen dabei die Wege entlang der Blattnerven und den Blatträndern, da sich dort keine Brennhaare befinden. Vorteilhaft für die Insekten: Das Gift dringt nicht aus der Spitze, wenn das Haar unten an der Wurzel angefressen wird.


Brennessel zur menschlichen Nahrung und als Heilpflanze:
Junge Brennnesseltriebe werden wegen ihres Vitamingehalts und ihres feinsäuerlichen Geschmacks als Salat und Gemüse geschätzt. Besondere Verbreitung fanden Brennnesselgerichte in Notzeiten, in denen Blattgemüse wie Spinat oder Gartensalat zugunsten nahrhafterer Pflanzen kaum angebaut wurden, und bei der armen Bevölkerung, da Brennnesseln auf Brachflächen und in lichten Wäldern reichlich gesammelt werden können.

Den besten Geschmack haben die ersten, etwa 20 Zentimeter langen Pflanzen im Frühjahr oder bei größeren Pflanzen die Triebspitzen. Der unangenehmen Wirkung der Nesselhaare kann man entgegenwirken, indem man die Triebe in ein Tuch wickelt und stark wringt, sie kurz blanchiert oder ihnen eine kräftige Dusche verabreicht. Ist die Pflanze getrocknet, verliert sie ebenfalls ihre reizende Wirkung.

Übliche Zubereitungen sind roh als Salat (wobei die Nesselhaare durch das Vermischen mit der Sauce zerstört werden) oder blanchiert und wie Spinat verwendet als „Brennnesselspinat" oder Brennnesselsuppe.

Die Blätter können auch getrocknet und als Tee zubereitet werden.
Brennesseltee kann bei vielen beschwerden helfen. Die Brennessel enthält gute Inhaltsstoffe wie: Amin, Kalk, Magnesium, Eisen, Folsäure, Kalium, Kieselsäure, Stickstoff, Phosphor, Vitamin C, Provitamin A und Chlorophyll. Die Wurzeln enthalten Gerbstoffe und Beta- Sitosterin.

Folsäure und Eisen spielen eine Rolle bei der Blutbildung. Kalium hat eine entwässernde Wirkung. Kieselsäure stärkt das Bindegewebe, Fingernägel und Haare. Beta- Sitosterin wird zur Behandlung von gutartigen Prostatakarzinomen genutzt. Das Vitamin C und Provitamin A stärken das Immunsystem.

Verwendet werden die Jungen Brennesselblätter.
Den Brennesseltee nicht länger als drei Wochen am Stück trinken und nicht mehr als ein Viertelliter am Tag. Eine Kur sollte mindestens 4 Wochen und maximal 8 Wochen durchgeführt werden.


Früher wurden gelegentlich Butter, Fisch und Fleisch in Brennnesselblätter gewickelt, um sie länger frisch zu halten. Tatsächlich verhindern die Wirkstoffe der Brennnessel die Vermehrung bestimmter Bakterien. Diese Praxis ist sogar gerichtsnotorisch: 1902 wurde eine Berliner Milchhändlerin auf Grund der Brennnesselblätter in ihrer Milch wegen Lebensmittelverfälschung angeklagt. Mit der Begründung, dass dies ein „allgemein geübtes Verfahren" sei, wurde die Händlerin jedoch freigesprochen. In Mitteleuropa, unter anderem den Niederlanden, Luxemburg, Österreich und Deutschland, werden Brennnesseln auch als Zutat für Brennnesselkäse verwendet.


Viehfutter
Noch heute gibt man Brennnesseltriebe oder gehackte Brennnesseln als Vitaminträger in das Futter von Küken, Ferkeln und Kälbern, damit sie schneller wachsen; auch als ganze Pflanzen gibt man sie Hausschweinen in der biologischen Landwirtschaft gern als Beifutter.


Oder man kann einen Sud aus Brenneseln kalt ansetzen, den Sud dann anwenden um damit Pflanzen zu stärken und ihn  als Abwehr gegen Schädlinge zu verwenden.


Brennessel als Heilpflanze