Montag, 22. März 2010

Neues von der Spatzenbande

 ~Spatzenbande~
 Zeitungsbericht:

Spatzen pfeifen längst nicht mehr von allen Dächern: Die Zahl der Haussperlinge in Deutschland geht seit Jahren zurück, berichtet der Naturschutzbund Nabu in Berlin. Schätzungsweise 10 bis 20 Millionen der braun-grauen Vögel gibt es bundesweit - ein Fünftel weniger als noch vor 30 Jahren. «Nur Berlin ist ein Sonderfall. Hier ist es angenehm unordentlich, es gibt keine blank geleckten Gehwege oder beschnittenen Vorgärten. Das mag der Spatz», sagt der Vogelkundler Jörg Böhner, Professor an der FU Berlin. «Berlin ist seit langem die Spatzenhauptstadt.»

Etwa 120.000 Haussperlings-Brutpaare wurden zuletzt (2007) in Berlin gezählt. «Der Bestand ist seit Jahrzehnten stabil. Die Spatzen haben die Wende unbeschadet überstanden», sagt Böhner. Damit widerspricht die Hauptstadt dem Trend, dass in den Großstädten Spatzen immer rarer werden. «Vor allem im Westen Deutschlands, im Ruhrgebiet, in Köln, aber auch in Hamburg und München gibt es deutlich weniger Haussperlinge», berichtet Nabu-Vogelexperte Markus Nipkow.

Allenfalls im südlichen Sachsen und im Raum Chemnitz wurden bei der jüngsten Gartenvogelzählung im Mai 2009 nicht ganz so viele Spatzen entdeckt. Ansonsten ist der gesamte Osten Deutschlands auf der Spatzen-Karte dunkelrot, was laut Legende einem Vorkommen von mindestens drei beobachteten Spatzen pro Garten entspricht.

In vielen Großstädten macht auch Futtermangel den Spatzen zu schaffen. «Es gibt einfach weniger Insekten, die für die Brutaufzucht gebraucht werden», sagt Nipkow. «In Osteuropa scheint der Rückgang bei den Spatzen nicht so stark zu sein. Aber in London oder Brüssel ist es noch viel schlimmer als in deutschen Städten.» Nur Paris nehme eine ähnliche Ausnahmestellung wie Berlin ein, sagen die Experten.
Q u. T.: Focus

Das gibt zu denken, was dagegen tun? Den Lebensraum erhalten! Oder?