Sonntag, 7. Februar 2010

Bäume im Jahreskreis: Die Schwarzerle


Wenn es kein Laubbaum wäre, könnte man sie von weitem glatt mit einer Fichte verwechseln - keine andere einheimische Laubbaumart hat einen so auffallend bis in die Kronenspitze gerade durchlaufenden Stamm wie die Schwarz-Erle, Lateinisch:Alnus glutinosa.

In manchen Regionen wird sie deshalb auch als 'Fichte der Täler' bezeichnet.

Die Erle gehört wie Hasel- und Birke zur Familie der Birkengewächsen.
Die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) ist eine in Europa einheimische Laubbaumart aus der Gattung der Erlen (Alnus) in der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Sie wächst vornehmlich in Wassernähe und sogar in Überschwemmungsgebieten. Mancherorts ist der Baum auch als „Roterle" bekannt, was sich auf die rötliche Verfärbung an den Schnittstellen des frisch geschlagenen Holzes bezieht.

Der Name Schwarz-Erle beruht auf der alten Verwendung ihrer Rinde zum Schwarzfärben von Leder sowie der Herstellung schwarzer Tinte aus ihren Fruchtzapfen.

Erlenholz wird für Möbel genutzt. Wegen seiner Beständigkeit in Wasser ist es auch sehr gefragt für Holzbauten im Wasser, z. B. in Venedig, dessen Bauten etwa zur Hälfte auf Erlenpfählen ruhen. In der Aquaristik finden auch die Zapfen dank ihrer Gerbstoffe und anderer antibakterieller Wirkstoffe Verwendung. Auch im Musikinstrumentenbau wird Erlenholz häufig verwendet; insbesondere für Massivholzkorpusse von E-Gitarren und E-Bässen.

Zweig mit unreifen Blütenkätzchen und alten Fruchtständen

Von Weitem schon erkennt man die Erle an der Position ihrer Äste. Mehr oder weniger rechtwinkelig vom Hauptstamm sind sie angeordnet und erinnern in ihrer Wuchsform an einen Nadelbaum. Nähert man sich der Erle sind die kleinen schwarzen Zapfen auffällig, besonders jetzt im Winter. Es sind die Fruchtstände des Vorjahres. Sie sind gerbstoffreich und man gewann aus ihnen einen schwarzen Farbstoff. Auch die Rinde der Erle ist gerbstoffreich, man erhält sie durch Abschaben der frischen Triebe, natürlich ohne dem Baum dabei Schaden zuzufügen.

Verwendung findet sie als Gurgelwasser bei Zahnfleischproblemen sowie bei Heiserkeit und Halsschmerzen.

Heilwirkung: Fieber,
Geschwüre,
Halsschmerzen,
Mundschleimhautentzündung,
Zahnfleischentzündung
wissenschaftlicher Name: Alnus glutinosa
Verwendete Pflanzenteile: Rinde

Mythologie und Aberglaube:
Die Rotfärbung des frisch geschnittenen Holzes ist die Ursache für manchen Bericht von blutenden Bäumen. Der Standort Sumpf und Bruchwald machte die Erle früher sowieso schon verdächtig. Vom Weg abgekommene Wanderer fürchteten die „Irle", das „Erlenweib" von denen sie in den Sumpf gezogen werden konnten. Der „Erlkönig" hat allerdings nichts mit der Erle zu tun, er entstand aus einem Übersetzungsfehler, es muß eigentlich „Elfenkönig" heißen. Bei der Rechtsprechung wurde der „Stab über jemanden gebrochen". Dabei wurden Erlenstäbe über dem Kopf einen ausgestoßenen Menschen zerbrochen und die Stücke in verschiedene Richtungen geworfen. Um griechische Orakelstätten wuchsen häufig Erlenhaine. Nach der „Aeneis" betrauerten die Heliaden, die Töchter des Sonnengottes Helios, den Tod ihres Bruders Phaeton solange, bis sie von Göttervater Zeus in ein Erlengestrüpp verwandelt wurden.

Die Erle kann bis zu 120 Jahre alt werden sie gehört zu dem Frühblühern und blüht schon zeitig im März fast so früh wie die Haselnuss.

Allergiker : schon oft im Februar Haselsträucher reizen den Allergiker!
Mir sonnigen Grüßen vom Sonnenblümle, ich wünsche einen schönen Sonntag.