Donnerstag, 14. Januar 2010

Malerinnen & Gedichte - Winter

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Da wir den Winter gerade ja ausgiebig studieren können, habe ich mich dazu entschlossen auch in meinem Blog darüber zu schreiben.

Als erstes ,öchte ich über Frauen, Malerinnen des Impressionismus berichten die Landschaften im winterlichen Kleide malten:

Elisabeth von Eicken
* 18. Juli 1862 in Mülheim an der Ruhr
† 21. Juli 1940 in Michendorf bei Berlin,
war eine deutsche Landschaftsmalerin.

Nach dem Studium in Meran, Menton, Genf und Berlin erfolgte ihre entscheidende Ausbildung in Paris bei Edmond Yon. In dieser Zeit kamen in der Landschaftsmalerei starke Einflüsse von der Schule von Barbizon und Alfred Sisley hinzu. Ab 1894 war sie freischaffend in der Künstlerkolonie Ahrenshoop und in Berlin-Grunewald tätig, in Berlin war sie seit 1894 regelmäßig auf der Großen Berliner Kunstausstellung, aber auch auf vielen internationalen Kunstausstellungen im Ausland vertreten.

Sie malte die eine eindrucksvolle Winterlandschaft:

Elisabeth von Eicken - Winterlandschaft.

Dazu ein Gedicht von Georg Heym
(1887-1912)

Der Winter

Der Sturm heult immer laut in den Kaminen
Und jede Nacht ist blutig-rot und dunkel.
Die Häuser recken sich mit leeren Mienen.

Nun wohnen wir in rings umbauter Enge,
Im kargen Licht und Dunkel unserer Gruben,
Wie Seiler zerrend grauer Stunden Länge.

Die Tage zwängen sich in niedre Stuben,
Wo heisres Feuer krächzt in großen Öfen.
Wir stehen an den ausgefrornen Scheiben
Und starren schräge nach den leeren Höfen.

Berthe Morisot,
die an einem 14. Januar geboren wurde und zu den bedeutensten Malerinnen
des späten 19. Jahrhunderts gehört:

Berthe Marie Pauline Morisot
* 14. Januar 1841 in Bourges,
† 2. März 1895 in Paris,
auch Berthe Manet, war eine französische Malerin des Impressionismus.

Sie entstammte einer wohlhabenden französischen Familie und erhielt Privatunterricht im Malen und Zeichnen. In den 1860er Jahren war sie eine Schülerin von Camille Corot. Sie lehnte allerdings den konventionellen Stil ihres Lehrers ab und entschied sich für die impressionistische Art der Malerei. Eine enge Freundschaft verband sie mit dem Maler Édouard Manet, der sie zwischen 1868 und 1874 wiederholt porträtierte. Bei aller Annäherung an Manet bewahrte sie jedoch einen selbständigen Stil, geprägt von lichthaltigen Farben, einer starken Betonung graphischer Mittel und einem zarten Gefühlsausdruck. Berthe Morisot war die erste Frau in der Gruppe der Impressionisten. Ab 1874 nahm sie wiederholt an den damals organisierten Impressionistenausstellungen teil. 1877 heiratete sie Eugène Manet, den Bruder Édouard Manets. Im Folgejahr wurde ihre Tochter Julie Manet geboren.

Mit feinem Pinselstrich malte Berthe Morisot bevorzugt Familienszenen, Frauen- und Kinderporträts, Interieurs und Landschaften, unter denen sich häufig Küstenbilder finden. Berthe Morisot gilt zusammen mit der amerikanischen Künstlerin Mary Cassatt als die bedeutendste Malerin des späten 19. Jahrhunderts.

Berthe Marie Pauline Morisot, Winter - Frau mit Muff.

Ein Wintergedicht von Justinus Kerner
(1786-1862)

Weisheit des Winters

Strenger Winter! kalter Weiser! schonest weder Kraut noch Gras!
Was du nur berührst, du Frost'ger! wandelst du in starres Glas.
Bunte Blüten, grüne Blätter, die der milde Sommer gab,
Schlägst du, weil du's nicht geboren, mit den harten Fäusten ab,
Rufest stolz: »Ich hab' dem Flusse klar geführet den Beweis,
Dass er gar zu wässrig fließe, dass er werden soll zu Eis.
Nachtigall, dem läpp'schen Vogel, der naiv-dumm sang bei Nacht,
Rief ich zu: Du Abgeschmackter! hab' zum Schweigen ihn gebracht.
Auch der Lerche, die durchs Fliegen himmelhoch das Fleisch verlor,
Sagt' ich kalt: Lass deinen Wahnwitz! und sie kommt nicht mehr hervor.
Und der Sonne, die getrieben tolles Wesen mannigfalt,
Sah ich streng nur ins Gesichte, und sie ward verständig kalt,
Läßt nicht mehr den Regenbogen, den phantastischen, erglühn:
Denn ich hab' ihr klar bewiesen, daß der ohne Zweck und Sinn.
Auch dem Donner in den Wolken sagt' ich ohne alle Scheu:
(Und er schweigt) - daß er nichts anders als ein kind'sches Spucken sei.
Also kam durch mein Bestreben in die Welt nun Zeit und Maß,
Ha! beim alten tollen Leben wär' sie bald erstickt in Gras.«
Strenger Winter! Rezensente! mache dich nicht allzu weiß!
Sieh! auch dir wird einstens brechen in der Brust das harte Eis!
Fluss wird fließen, Vogel singen, Sonne warm und segnend sein,
Luft wird regnen, Donner rollen, aber du wirst nimmer schrein.

Lydia Cabot,
besser bekannt als
Selbstporträt
Lilla Cabot Perry
* 13. Januar 1848 in Boston, Massachusetts.
† 28. Februar 1933 in Hancock, New Hampshire,
war eine US-amerikanische Malerin des Impressionismus.

A Vetrtech scan von Lilla Cabot Perry

Dazu ein Gedicht von Karl Henckell
(1864-1929)

Winter

Das ist der bleiche Winter:
Eiszapfen in der Hand,
Am Wolkenwebstuhl spinnt er
Elend und Liebestand.

Sein Atem überschauert
Mit Schneekristall das Land,
In Frost und Nöten kauert
Armut am Herdesrand.

Auf spiegelblankem Eise
Sportlust ist heiß entbrannt,
Venus im Pelz zieht Kreise
Um ihren Leutenant.

Das ist der bleiche Winter:
Eiszapfen in der Hand,
Am Wolkenwebstuhl spinnt er
Elend und Liebestand.

Und einem Winter - Sonnenbild von mir:

Wintersonne
mit einem Gedicht von dem von mir verehrten

Georg Trakl
(1887-1914)

Im Winter

Der Acker leuchtet weiß und kalt.
Der Himmel ist einsam und ungeheuer.
Dohlen kreisen über dem Weiher
Und Jäger steigen nieder vom Wald.

Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt.
Ein Feuerschein huscht aus den Hütten.
Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten
Und langsam steigt der graue Mond.

Ein Wild verblutet sanft am Rain
Und Raben plätschern in blutigen Gossen.
Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen.
Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Hain.

mit winterlich, sonnigen Grüßen vom Sonnenblümle.