Samstag, 30. Januar 2010

Lied vom Monde

Weil' heute ja Vollmond ist, später mal schauen, ein kleines Gedicht von:

Paula Dehmel
1862-1918


Lied vom Monde

Wind, Wind, sause,
der Mond ist nicht zu Hause;
er ist wohl hinter den Berg gegangen,
will vielleicht eine Sternschnuppe fangen,
Wind, Wind, sause.

Stern, Stern, scheine,
der Mond, der ist noch kleine;
Stern, Stern, scheine,
er hat die Sichel in der Hand,
er mäht das Gras am Himmelsrand,
Stern, Stern, scheine.

Singe, Vogel, singe,
der Mond ist guter Dinge;
er steckt den halben Taler raus,
das sieht blank und lustig aus,
singe, Vogel, singe.

Und hell wird's, immer heller;
der Mond, der hat 'nen Teller
mit allerfeinstem Silbersand,
den streut er über Meer und Land,
und hell wird's, immer heller.

Paula Dehmel und ihre Kinder Veradetta, Liselotte und Heinrich.
Paula Dehmel

* 31. Dezember 1862 in Berlin als Paula Oppenheimer;
† 9. Juli 1918 in Berlin-Steglitz) war eine deutsche Schriftstellerin.
Sie schrieb Gedichte und Märchen für Kinder, war die Schwester von Franz Oppenheimer und von 1889 bis 1898 mit dem Dichter Richard Dehmel verheiratet.