Freitag, 30. Oktober 2009

Mit dem, was du bist

Mit dem, was du bist

Vielleicht die Wolken im Spiegel der Zeit.
Wie Inseln der Ruhe auf weiter Flur.

Vielleicht die Wasser in Zeiten der Spiegel.
Wie Schwächen des Tons so leicht und pur.

Vielleicht doch keine Bilder am Zahn der Zeit.
Wie Nichtse des Zufalls im Wartestand.

Vielleicht doch keine Seele von Mensch in der Welt.
Wie ein Niemand der Leere, weder Fuß noch Hand.

Es sei denn, du wärst im Maß aller Dinge,
wie ein Bild von dir, ohne Zeit noch Raum.

Es sei denn, du hättest in der Gier nach Geld,
wie ein Bild von andern, weder Kult noch Traum.

Geh doch zur Neige mit dem, was du hast,
in Würde und Ehre, prinzipientreu.

Geh doch weit weg mit dem, was du bist,
auf Treu und Glauben, publikumsscheu.

Hartmut Brie
Aus: Gegenüber. Gedichte