Freitag, 9. Oktober 2009

Arnold Schloenbach - Mondes Liebe


Max Slevogt : Mondnacht Neukastel –
Blick auf die Madenburg bei Mondschein, 1917

Arnold Schloenbach
(1817-1866)


Mondes Liebe

Holdes Mondlicht! Mildes Leuchten!
Wunderbares Zauberbild!
Sag', was ist das für ein Zauber,
Der aus Deinen Strahlen quillt?

Deute mir das bange Sehnen,
Das Dein Blick in uns erschließt,
Jenes weiche trunkne Träumen,
Das Dein Glanz in uns ergießt!

"Liebe! Liebe ist mein Zauber,
Meines Dankes süße Pflicht;
Denn von ihr, der großen Erde,
Kommt mir erst mein liebes Licht.

Und nun geb' ich ihr zurücke,
Nur mit meiner Lieb' getränkt,
Was mich ihr so herrlich machte,
Was sie liebend mir geschenkt.

Nun erleucht' ich ihre Nächte,
Gebe sanften Frieden ihr! - -"
O - das sind ja Deine Worte,
Mädchen, die Du sprachst zu mir!

Mädchen - Mondlicht meiner Seele!
Holdes, reines Liebes-Bild!
O, nun kenn' ich auch den Zauber,
Der aus Deinem Aug' mir quillt!