Dienstag, 8. September 2009

Gedichte & Kunst

Caspar David Friedrich, "der Abend" (1820/21)



Die Stoppeln glitzern wie von scharfem Sommern Schweiße,
und eingedrückt, hin durch die Abendfelder, winden sich Geleise
von Rädern, welche längst schon ihren Weg gemacht.

Die Welt liegt kahlgepflückt und will verschwinden;
ein junges Rebhuhn lacht verzückt, und eine Büchse kracht;
ein Hund schlägt an auf fernen Ackerrinden;
im Westen um der Erde Kugel steigt die Nacht
schlafsuchend aus des Tales Rinne, wie eine Spinne mit Bedacht.

Die Menschen stehen still, um einen Stern zu finden,
Ehe sie lichtlos werden gleich den Blinden.

Max Dauthendey