Dienstag, 11. August 2009

Gedichte

August Stramm
(1874-1915)

Der Morgen

Schwarz
Graut
Zerknittert scämig fahlig.
Schweigen schleicht zu Bette!
Schrecke lugen
Horchen
Ziepsen
Ducken
Ziepsen spürig
Schrillen trotzig
Rufen rufen
Wachen auf
Von Ast zu Ast.
In den Winkel glupschen Lüfte
Talpschen Dünste.
Klatschen Flattern Knacken Schwirren
Zerrt ins Fahle bleiche Fetzen!
Blaublass glasen Ströme zu Kristall!
Klirrig
Grellt der Himmel auf!
Funken brennen
Splitter glühen!
Schauernd
Wirbeln Tropfen Spiegel!
Lichtgeblendet schwingt herauf
Die Helle!