Mittwoch, 1. Juli 2009

Beerenzeit - Blaubeeren

In der Saison werden die Waldheidelbeeren frisch gepflückt und schmecken sehr viel besser als Zuchtheidelbeeren.

Die Heidelbeere
Lateinisch Vaccinium myrtillus, regional auch Blaubeere, Schwarzbeere, Wildbeere, Waldbeere, Bickbeere, Zeckbeere, Moosbeere oder (besonders auchin süddeutschland) Heubeere genannt, ist eine Art aus der Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium) in der Familie der Heidekrautgewächse.

Der 10 bis 60 cm hohe Zwergstrauch wächst stark verzweigt mit aufrechten, kantigen bis schmal geflügelten, grün gefärbten Ästen, die kahl (unbehaart) sind.

Die Blätter sind 2 bis 3 cm lang, eiförmig bis elliptisch, drüsig gesägt bis fein gezähnt und beiderseits grasgrün. Die Blüten wachsen einzeln aus Blattachseln und sind nickend.
Ihre Krone ist 3,5 bis 5 mm lang, kugelig krugförmig und grünlich bis rötlich.
Sie erscheinen ab April/Mai. Von Juli bis in den September tragen die Pflanzen dann schwarzblaue, im Durchmesser maximal einen Zentimeter große, abgeplattet runde, einzeln stehende Früchte, die als reife Beeren blaugrau bereift sind.

Blaubeerwald
Ab dem Spätsommer beginnt die Herbstfärbung des Strauchs – das Laub verfärbt sich dabei tiefrot. Im Gegensatz zur verwandten Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea)
ist sie nicht immergrün, sondern sommergrün, wirft also im Winterhalbjahr ihre Blätter ab.

Der Strauch erreicht ein Alter von bis zu 30 Jahren.
Durch vegetative Vermehrung in Form von Ausläuferbildung (Wurzelkriecher)
kann eine Pflanze „indirekt" jedoch noch älter werden und dabei bis zu mehreren 1000 m² bedecken.
Bei der seit etwa 1900 aus der Amerikanischen Heidelbeere gezüchteten Kulturheidelbeere befinden sich die Farbstoffe nur in der Schale, weshalb diese ein helles Fruchtfleisch aufweist
und keine „blauen Zähne" verursacht. Außerdem ist die Kulturheidelbeere doppelt bis mehrfach so groß wie die echte Heidelbeere und schmeckt weit weniger aromatisch als die Wildfrüchte.
Die grünen Triebe der Heidelbeere stellen im Winter für das Wild eine wichtige Futterquelle dar. Ihre Früchte schätzen besonders Tierarten, die an Baum- und Buschfrüchte weniger leicht gelangen können, so wie das Rebhuhn und der Fuchs.

Die Raupen zahlreicher Falterarten nutzen die Heidelbeere als Futterpflanze,
so zum Beispiel die vom Aussterben bedrohte Weidenglucke,
der gleichermaßen seltene Augsburger Bär,
die gefährdete Rollflügel-Holzeule, der seltene Ebereschen-Blattspanner und
die Urmottenart Micropterix aureatella.
Heidelbeeren sind eine beliebte Beerensorte für die menschliche Ernährung.
Sie lassen sich sowohl frisch verzehren als auch in der Küche verwerten.
Sie färben aufgrund der enthaltenen Anthocyane beim Verzehr den Mund und die Zähne rot bis blau.
Heidelbeerblüte
Anthocyane in der Heidelbeere sind auch für ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften verantwortlich.
Vor dem Verzehr selbstgepflückter, ungewaschener Heidelbeeren wird trotz fehlenden Nachweises aufgrund angeblich möglicher Anhaftung von Eiern des Fuchsbandwurms immer noch gelegentlich gewarnt.

Wenn man dieses Risiko ausschließen will, sollte man die Beeren kochen.
Heidelbeerblüte groß
Heidelbeeren halten sich nicht allzu lange.
Getrocknete, reife Beeren lassen sich außerdem heilkundlich gegen Durchfall verwenden.
Frische Beeren wirken eher abführend.
Gerichte aus bzw. mit Heidelbeeren sind zum Beispiel Heidelbeerkompott, Heidelbeermarmelade, Heidelbeereis, Heidelbeerkuchen, Hefeklöße mit Heidelbeeren sowie Heidelbeerpfannkuchen.
Neben dem Rohverzehr eignen sich die kleinen Beeren zur Kaltschale, zusammen mit Milch und Zucker. Eis oder Quarkspeisen verleihen sie eine fruchtige Note.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten finden sich z.B. in allerlei Backwaren, da Geschmack und Form der Beeren weitestgehend erhalten bleiben.

Heilwirkung:
Heidelbeere, hilft gegen Durchfall, Verdauungsstörungen bei Kindern, Mund- und Rachenentzündungen. Es wirkt antibakteriell, entzündungswidrig.
Äusserlich kann es (als Tinktur) gegen Ekzeme, Bartflechte und juckende Hautausschläge verwendet werden.

Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) - Beschreibung: bei Heilpflanzen/Heilkräuter
100g Heidelbeeren enthalten 154kJ bzw.36kcal.
Sie sind reich an Fruchtsäuren, Mineralstoffen wie z.B. Eisen und Vitaminen.

In 100 g Heidelbeeren ist enthalten:
* Energie 42,1 kcal
* Wasser 84,8 g
* Eiweiß 0,6 g
* Fett 0,6 g
* Kohlenhydrate 7,4 g
* Ballaststoffe 4,9 g
* Alkohol 0,0 g
* mehrf. ungesätt. Fetts. 0,4 g
* Cholesterin 0,0 mg
* Vitamin A 6,0 µg
* Carotin 0,0 mg
* Vitamin E 1,9 mg
* Vitamin B1 0,0 mg
* Vitamin B2 0,0 mg
* Vitamin B6 0,1 mg
* Folsäure 3,0 µg
* Vitamin C 30,0 mg
* Natrium 1,0 mg
* Kalium 73,0 mg
* Calcium 13,0 mg
* Magnesium 2,0 mg
* Phosphor 13,0 mg
* Eisen 0,7 mg
* Zink 0,1 mg

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. - DGE

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