Dienstag, 30. Juni 2009

Sauerampfer - ein Wildgemüse

Sauerampfer
Der Wiesen-Sauerampfer
Lateinisch Rumex acetosa, auch Großer Sauerampfer oder nur Sauerampfer genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Knöterichgewächse gehört. Er ist ein Wildgemüse.

Sauerampfer, auch Sauergras, Sauerblätter oder Gartenampfer genannt, gibt es in vielen Arten, die sich jedoch hauptsächlich in der Wuchshöhe unterscheiden. Der Sauerampfer wurde schon im frühen Mittelalters in den Klosterschriften sowohl als Heilkraut als auch als Gewürz beschrieben.

Die Pflanze wird 30 bis 100 cm hoch. Ihre Blätter sind hell bis dunkelgrün, rossettenartig, pfeilförmig und unbehaart. Die Blüten sind klein und braunrot, zweihäusig und bilden dreikantige Früchte, umhüllt von trockenen Kelchblättern. Sauerampfer wächst in Europa wild auf Wiesen und in Lichtungen. In Frankreich wird er gärtnerisch kultiviert. Er gedeiht sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten.
Die Erntezeit beginnt im Frühjahr, wenn sich die ersten Blätter zeigen und erstreckt sich bis zum Spätsommer. Der Geschmack ist säuerlich, an Zitronen erinnernd. Für Salate, Soßen und Suppen werden die Triebspitzen und die jungen Blätter verwendet. Sauerampfer sollte möglichst frisch verwendet werden, da er schnell welkt. Der Geschmack bleibt beim Kochen weitgehend erhalten, die frischgrüne Farbe geht aber verloren.
Heilpflanze:
Im Mittelalter galt Sauerampfer als Mittel gegen Fieber aller Art. Heute ist Sauerampfer eher für seine appetitanregende, blutreinigende und harntreibende Wirkung bekannt.

Sammeln:
Frische Stängel und Blätter Mai bis August, Wurzeln Frühjahr und Herbst,
Samen ab Juni.

Zubereitung:
Roh als Salatbestandteil oder heißer Aufguss. Wurzel und Samen kurz aufkochen.
Als Tee nicht zu stark und nicht in Übermaßen konsumiern.
Anwendung innerlich: Jeden Tag einige Blätter als Frühlingsblutreinigungskur.
Bei Verstopfung, Spulwürmern und Hautkrankheiten. Appetitsteigernd.
Anwendung äußerlich: Hautkrankheiten.

Verwendung in der Volksheilkunde
Sehr beliebt ist Sauerampfer aufgrund seines hohen Vitamin C-Gehaltes.
Roh enthält er fast soviel Vitamin C wie die Zitrone.
Hauptsächlich wird Sauerampfer zu Frühjahrskuren verwandt, die 2 - 3 Wochen dauern sollten. Dabei spielt es keine Rolle, ob das frische Kraut einige rohe Blätter täglich kauen oder zu Salat zubereitet, als Frischsaft, täglich 2 Teelöffel pur oder in Tee einnehmen oder als Teeaufguß täglich eine Tasse über den Tag verteilt einnehmen, hergestellt aus einem Teelöffel getrockneter Blätter genommen wird.

Nicht nur, daß Sauerampfer durch den hohen Vitamin C-Gehalt die körperlichen Abwehrkräfte aufbaut, außerdem wirkt er blutreinigend und entschlackend.
Zur Zubereitung eines blutreinigenden und harntreibenden Tees überbrüht man 2 g des frischen Krautes mit kochendem Wasser, läßt es 5 Minuten ziehen und filtriert den Sud. Der Tee wird schluckweise getrunken. Die gleiche Wirkung erzielt man mit dem Aufkochen von 10 g getrockneter Wurzeln in 1/2 Liter Wasser. Nach dem Aufkochen läßt man es 10 Minuten ziehen und filtriert das Ganze. Hiervon werden 3 Tassen über den Tag verteilt getrunken.
In der Homöopathie wird aus den frischen Blättern oder Wurzeln eine Essenz hergestellt, die bei Hauterkrankungen verordnet wird. Ein altes Hausmittel ist das Auflegen der frischen Blätter auf die erkrankte Haut.

Sauerampfer, als altes Volksheilmittel hilft auch gegen Würmer bei Kindern.
Achtung! Bei Überdosierung kann sich Sauerampfer schädigend auswirken.
Aufgrund des zu hohen Gehaltes an Oxalsäure sollte der Einsatz von Sauerampfer bei Herz-, Lungen-, Magen-, Nieren- und Rheumakranken unterbleiben.

Disclaimer : stets zuerst den Arzt oder Apotheker zu Rate zeihen, keine
Selbstmedikation.
Samenstand
Hauptwirkstoffe:
Blatt: Bitterstoffe, Gerbstoofe, Vitamin C, Zucker, Fett, Oxalsäure, Kieselsäure, Kalium, Natrium, Chlor,
Samen: Gerbstoff, fettes Öl,
Wurzel: Gerbstoff, Vitamin C
Nahrungspflanze:
Sammeln: Blätter, Blütenstand, März bis November; Wurzeln September bis Winter; Samen von Juli bis September

Verwendung:
Aufgrund des erfrischend säuerlichen Geschmacks als Würze für Mischsalate gut geeignet, jedoch nicht mehr als 10%. Kleingeschnittene Blätter auch als Quarkwürze und in Brotaufstriche. Gekeimter Samen zum Rohverzehr als Beigabe zu Salaten oder in Gemüsegerichten. Getrocknete und gemahlene Wurzeln zu Mehl, das sich gut zur herstellung von Nudeln eignet.

Verwendung in der Küche
Frische junge Sauerampferblätter können zu Salaten und grüner Frankfurter Soße verwandt werden. Feingehackt und kurz in Salzwasser gekocht und dann in Butter gedünstet, ist Sauerampfer ein sehr schmackhaftes Gemüse. Man kann ihn auch mit Spinat oder Mangold kochen. Besonders gut schmeckt dieses Gemüse zu Fisch, Eiern, Omelett sowie zu Kalb- und
Schweinefleisch.
Gerne nimmt man Sauerampfer auch als säuerliche Würze zu Kerbel- und Kartoftelsuppen, Linsen, Tomaten, Gurken, Milch und Hühnerbrühen. Wichtig! Sauerampfer darf nicht in einem Eisentopf gekocht werden, das Kraut erhält dann einen unangenehmen metallischen Geschmack.

Rezept:

Sauerampfer - Flädle (feine Pfannkuchen) mit Champignons
Zutaten für 2 Portionen:

1 Bund Sauerampfer, frischer
60 g Butter
100 g Champignons, frische
20 ml Weißwein
Salz und Pfeffer
2 TL Mehl
100 ml Sahne
3 Eier
50 ml Milch

Die Blätter des Sauerampfers in feine Streifen schneiden,
danach in 20 g Butter anschwitzen und zur Seite stellen.
Die Pilze in Scheiben schneiden und in 20 g Butter andünsten,
mit Weißwein ablöschen und reduzieren.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken und vom Herd nehmen.
1 TL des Mehls mit der Sahne verrühren und unter die Champignons geben,
unter Rühren etwa 1 min. aufkochen.

Flädle
Eier, Milch und restliche Mehl mischen,
mit Salz und Pfeffer würzen.
Die Butter in einer Pfanne erhitzen,
die Hälfte der Eimasse dazugeben und als dünnes Flädle (Pfannkuchen) ausbacken,
die Oberfläche darf dabei nicht zu fest werden!
Im nächsten Schritt kommt jetzt die Hälfte des Sauerampfers drauf -
auf die noch nicht feste Oberfläche - und wird fertiggebacken.
Die Hälfte der Champignonfüllung darauf verteilen und das Flädle umklappen.
Die weiteren Flädle ebenso zubereiten.

Guten Appetit.