Donnerstag, 7. Mai 2009

gefährdete Ackerwildkräuter.. ..

Sommerteufelsauge, Blutauge auch

das Sommer-Adonisröschen
Lateinisch: Adonis aestivalis und
Blutströpfchen, Sommerblutströpfchen oder Kleines Teufelsauge genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Auf die rote Variante der Art bezieht sich der Name.

Es gibt auch gelbe - Frühlingsadonisröschen

und Herbstadonisröschen.
Das Sommer-Adonisröschen wurde zur Blume des Jahres 1984 gewählt.
Das Sommer-Adonisröschen ist eine einjährige Pflanze und erreicht Wuchshöhen
von 30 bis 50 Zentimeter. Die wechselständig am Stängel stehen Laubblätter
sind zwei- bis dreifach fiederschnittig.
Die Blüten des Sommer-Adonisröschen, einzelnen und gipfelständig, werden von meist sieben scharlachroten, ins gelbrote tendierende Blütenblättern gebildet, die im Grunde einen violett-schwärzlichen Schatten aufweisen. Die Blätter an den Stängeln sind zwei- bis dreifach gefiedert, die Früchtchen spitz und gezahnt.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni.

Der Fruchtstand besteht aus dicht gedrängten Nüsschen.
In Deutschland kommt Adonis aestivalis nur im mittleren Gebiet zerstreut bis verbreitet vor, darüber hinaus ist es sehr selten zu finden oder fehlt ganz. In Österreich und der Schweiz ist es selten und gebietsweise stark gefährdet.
Meist findet man diese kalkliebende Art an Ackerrändern. Das Sommer-Adonisröschen bevorzugt sommerwarme, meist trockene, nährstoff- und kalkreiche, meist steinige Ton- und Lehmböden. Seine Wurzeln können bis zu 80 Zentimetern tief in die Erde reichen.

Vorsicht "Giftig":
Pharmakologisch sehr interessante Inhaltsstoffe sind:
Strophanthin, Adonitoxin, Vernadigin, und das Cymarin - Strophanthidin.
Es handelt sich dabei um sehr herzwirksame Cardenolide, also Herzglykoside.

Sein lateinischer Gattungsname Adonis aestivalis führt zur griechischen Sage.
Adonis war im griechischem Mythos ein Jüngling von bald sprichwörtlich gewordener Schönheit, Sohn des Theias oder Kinyras, der Paphos auf Cypern erbaute, das zum Lieblingsaufenthalt der Göttin Aphrodite zählte. Eine Tochter von ihr, Myrrha oder Smyrna, gilt als die Mutter Adonis. Adonis wurde auf der Jagd von einem wilden Eber, den Artemis sandte, tödlich verletzt; wo sein Blut auf die Erde tropfte, sprossen Adonisröschen hervor.
Der Volksmund hielt sich kaum an diese, doch mehr akademische Bezeichnung.
"Teufelsauge", "Sommerteufelsauge, "Kleines Teufelsauge" diese Namen deuten auf toxische, also giftige Eigenschaften der Pflanze, über die ihre Schönheit hinwegtäuscht. Doch erweisen sie sich als wenig gravierend; heute wird das Adonisröschen von der Botanik als schwach giftig eingestuft. Ihr Digitalis-Glykosid (Adonidin) bildet farb- und geruchlose Kristalle, schmeckt sehr bitter und lässt sich in Wasser kaum lösen. Man nutzte die Blätter des Sommer-Adonisröschens in der Volksmedizin wie Digitalis, also zur Herztherapie, Wurzeln und Samen dagegen als Abführmittel. Es hat aber in der heutigen Medizin keine Bedeutung.
Der intensiven landwirtschaftlichen Unkrautbekämpfung fiel auch das Sommer-Adonisröschen zum Opfer, liebt es doch den trockenen kalkreichen Boden, wie es ihn auf den Wintergetreide-Äckern vorfand.
Liste der gefährdeten Ackerwildkräuter in Deutschland