Dienstag, 17. März 2009

Was die Erde mir geliehen

Was die Erde mir geliehen

Was die Erde mir geliehen,
Fordert sie schon jetzt zurück.
Naht sich, mir vorm Leib zu ziehen
Sanft enschwindend Stück für Stück.

Um so mehr, als ich gelitten,
Um so schöner ward die Welt.
Seltsam, daß, was ich erstritten,
Sachte aus der Hand mir fällt.

Um so leichter, als ich werde,
Um so schwerer trag ich mich
Kannst du mich, du feuchte Erde,
Nicht entbehren? Frag ich dich.

Nein ich kann dich nicht entbehren,
Muß aus dir ein andern bauen,
Muß mit dir ein andern nähren,
Soll sich auch die Welt anschauen.

Doch getröste dich in Ruh´.
Auch der andre, der bist du.

Peter Rosegger