Sonntag, 8. März 2009

Frühveilchen

Arme Veilchen, so früh`, o so frühe erwacht,
Was blicket ihr aus dem Schnee gar sacht?
Arme Blauveilchen in süßem Duft,
Es ist ja so kalt und rauh noch die Luft.

Und wie ich hauche, es kann nicht sein,
Ihr neiget still die Köpfelein
Und duftet noch einmal und schau`t umher,
Doch die Luft ist kalt und das Köpfchen schwer.

Arme Veilchen, daß ihr geblüht im März!
Müßt nun verhauchen in Ach und Schmerz;
Doch neigt ihr`s Köpfchen fromm und lind
Ja sterben läßt sich`s leicht als Kind.

Franz Alfred Muth
(1839-1890)