Samstag, 17. Januar 2009

Saure Kartoffelrädle

Die Schwaben hatten ja Anfangs ein arges Missverhältnis zur Kartoffel -
Preussengfräs, was aber nicht stimmt.
Pizarro, ein spanische Eroberer,lernte 1526 die Kartoffel bei den Inkas kennen.
Über Italien kamen sie dann nach Deutschland und England.
Ab 1585 wurden ihr Stauden als besondere Kuriosität in den botanischen Gärten von Nürnberg und Frankfurt gezüchtet. Bis zur Französischen Revolution blieben die Karoffeln eine Delikatesse der Reichen. In Deutschland war es Friedrich der Große, der aus der Not eine Tugend machte.
Während einer großen Hungersnot befahl er seinen Bauern in Pommern und Schlesien den Karoffelanbau.

Nun die Schwaben also, haben sich erst unter dem äußersten Zwang des Hungers
mit der Kartoffel arrangiert und später angefreundet.
Man kann sie, die Kartoffel, vom schwäbischen Speiseplan überhaut nicht mehr wegdenken.
Allerdings erfanden die Schwaben dafür auch besonders raffinierte Zubereitungsweisen, zu deren bemerkenswerten die sauren Karoffelrädle gehören.

Ein schwäbisches Gericht
Sauere Kartoffelrädle nach Omas Rezeptbuch.

Hier ist das Rezept: (2 Personen)

Saure Kartoffelrädle

Zutaten
500 g gekochte Kartoffeln
80 g Butter oder Butterschmalz
2 EL Mehl
½ l Brühe Fleischbrühe (Rindssuppe)
1-2 Lorbeerblätter
1-2 Nelken
1 Zwiebel fein gewürfelt
1-2 EL Essig,
Gewürze*:
Salz, Priese Zucker,Pfeffer nach belieben,
Muskat, Liebstöckel, Majoran,
Kümmel, abgeriebene Zitronenschale, Paprikapulver,
je nach Geschmack.

2 Paar Rote Würste (oder pro Person ein Paar Saitenwürstle)
die Roten Würste ebenfalls in Scheiben schneiden.
Zubereitung

Fett im Topf zergehen lassen und
gehackte Zwiebel hell anschwitzen
Die Kartoffeln in der Schale kochen, (kann schon am Vortag gemacht werden)
schälen und in mundgerechte Scheiben (Rädle) schneiden.
In einem größeren Topf die Butter erwärmen,
Zwiebelwürfel glasig dünsten,
mit Mehl bestäuben,
eine Einbrenne machen und mit Essig ablöschen.
Mit Fleischsuppe auffüllen,
die Gewürze* dazu geben,kurz aufkochen
und die Kartoffelrädle hinzufügen.
Ein paar Minuten mitkochen, abschmecken,
die in Scheiben (Rädle) geschnittenen Rote Würste
ebenfalls dazu geben wieder kurz mitkochen, warm
mit frischer Petersilie oder Schnittlauch bestreut
servieren.
Wer mag kann eine Scheibe Bauernbrot dazu essen.
Ein Viertele Trollinger oder ein frisches süffiges Bier ist als Getränk zu empfehlen.
Guten Appetit!

(Ps.: wie zu Omas Zeit, ein preiswertes gutes Gericht)