Samstag, 10. Januar 2009

Meerrettich

Meerrettichblüte

Meerrettich, um nocheinmal an's Fränkische Meerrettichsüpple zu erinnern,
im bairischen Sprachraum auch und im österreichischen ausschließlich Kren genannt,
gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse.
Die Wurzel der Meerrettichpflanze wird als Gemüse oder Gewürz verwendet.
Die Meerrettichwurzel ist im rohen Zustand geruchlos.
Wird sie geschnitten oder gerieben, verströmt sie einen stechenden und zu Tränen reizenden Geruch. Verantwortlich für diesen ist Allylisothiocyanat, das sich bei Zellverletzung enzymatisch aus Sinigrin bildet.
Qeurschnitt durch eine Wurzel
Der Meerrettich ist eine bis zu 1,20 m hoch wachsende Staude.
Die Meerrettichstange wird 30 bis 40 cm lang und 4 bis 6 cm dick.
Die Wurzel trägt am Ende Seitentriebe.
Meerrettich
Ursprünglich stammt der Meerrettich aus Ost- und Südeuropa.
In Ostrussland und der Ukraine kommt er noch in der Wildform vor.
In Deutschland sind die Zentren des Meerrettichanbaus der Spreewald,
das badische Fautenbach und das fränkische Baiersdorf,
wo es auch ein Meerrettichmuseum gibt.

Insbesondere in den Meerrettichanbaugebieten gehören Gerichte mit Meerrettich zum Alltag. Neben dem geriebenen Meerrettich zu kalten Speisen, wie Räucherfisch oder auch Wurstplatten, findet in Franken die Meerrettichsauce zum gekochten Rindfleisch ihren Platz auf den Speisekarten. Auch zu gedünstetem Fisch passt Meerrettich-Creme.
Zubereiteter, im Handel erhältlicher Meerrettich
Meerrettich wird heute unter anderem zu
Räucherfisch, Tafelspitz, Tellerfleisch, Beiried (Roastbeef), zu Schinken und Frankfurter oder Wiener Würstchen serviert.

Mit Meerrettich gewürzter Quark oder Frischkäse ist ein beliebter Brotaufstrich.
Oft wird Meerrettich mit Sahne als Sahnemeerrettich zubereitet.
Weitere Zubereitungsarten sind Meerrettichsenf oder auch Preiselbeer-Sahnemeerrettich,
der zu Wild verwendet wird, und der besonders im bayerischen und österreichischen Raum verbreitete Apfelkren, neben Semmelkren die klassische Beilage zu gekochtem Rindfleisch
wie Tafelspitz.
Meerrettichwurzel
Meerrettich enthält unter anderem folgende Inhaltsstoffe:

Vitamin C, Vitamine B1, B2 und B6, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Phosphor sowie die Senfölglykoside Sinigrin und Gluconasturtiin, Allicin, Flavone, ätherische Öle, aus denen sich Senföle bilden, die unter anderem antibiotisch wirken. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze beträgt 177,9 mg/100 g Frischgewicht.
Meerrettich
Brauchtum - Volksglaube
Man sagt dem Meerrettich (Kren) als Amulett heilende Kräfte nach – Kinder trugen früher auf dem Land öfter eine Halskette, die aus geschnittenen aufgefädelten Scheiben einer Meerrettichwurzel hergestellt war.

Legt man eine Scheibe rohen Meerrettich in den Geldbeutel, soll dieser niemals leer werden.
Meerrettichpflanze - Blätter
Heilkunde
Der Meerrettich soll zunächst als Heilpflanze und dann erst als Gewürz eingesetzt worden sein.

Im Mittelalter gab es eine ganze Liste von Krankheiten, gegen die er verabreicht wurde,
etwa Vergiftungen, Ohrenweh und Dreitagefieber.

Heutzutage wird Meerrettich verwendet, um die Abwehrkräfte zu stärken und vor Erkältungskrankheiten zu schützen.

Der Meerrettich enthält sehr viel Vitamin C.
Die in den Apotheken käufliche Radix Armoraciae ist in Heilmitteln gegen Grippe und Harnwegsinfektionen enthalten.

Er wirkt blutkreislaufanregend, hustenlösend und wird äußerlich als Breiumschlag
bei Rheuma, Gicht, Insektenstichen, Ischias und anderen Nervenschmerzen angewandt.

Auch bei Kopfschmerzen soll es helfen.
Dazu muss man ein wenig Duft des geriebenen Meerrettichs einatmen, wodurch leichte Verspannungen gelöst werden. Der Meerrettich soll auch wirksam gegen Magen-Darm-Störungen sein und auf die Absonderung des Gallensaftes (Fettverdauung) günstig wirken.

Zusätzlich enthält der Meerrettich auch bakterienhemmende (antibiotische) und krebsvorbeugende Stoffe. Das sind schwefelhaltige Substanzen, die auch im Knoblauch vorkommen (wie Allicin, Sinigrin), und den Meerrettich zu einem sehr gesunden Gewürz machen.

Bei Blasen- und Nierenleiden soll man keinen Meerrettich essen,
da große Mengen Meerrettich Nierenbluten auslösen können.
Meerrettich eignet sich auch nicht für Patienten mit Magengeschwüren oder Schilddrüsenfehlfunktionen.

Disclaimer :Keine Selbstmedikation, zuerst den Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen.